Hat die Baugesellschaft Hanau noch geöffnet? Welche Hinweise gibt es für Mieter der Baugesellschaft?
Um das Verbreiten des Virus zu verlangsamen und gleichzeitig die Daseinsvorsorge und den Betrieb mit einem Mindestangebot weiter zu gewährleisten, wurden mit sofortiger Wirkung Maßnahmen bei der Baugesellschaft Hanau ergriffen, die bis auf weiteres Gültigkeit haben:
Im Interesse der Mieterinnen und Mieter sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden Termine und Hausbesuche nur in dringenden Fällen durchgeführt. Diese müssen zuvor telefonisch vereinbart werden.
Das Geschäftsgebäude der Baugesellschaft Hanau ist nur noch am Empfang für Besucher geöffnet. An diesem können dringend benötigte Unterlagen abgegeben bzw. abgeholt werden. Der Empfang ist tagsüber außer freitags von 8.00 bis 16.00 Uhr geöffnet und freitags von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Termine im Haus sind keine möglich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind jedoch telefonisch und per E-Mail erreichbar.
Die Sozialberatung der Baugesellschaft Hanau ist ebenfalls weiterhin erreichbar und wird sich in dringendem Bedarf um hilfsbedürftige Mieterinnen und Mieter kümmern. Zu erreichen ist sie unter der Nummer 06181/2501-91.
In den Liegenschaften werden Hygienerichtlinien an den schwarzen Brettern ausgehängt und wo Putzfirmen beauftragt sind wurden diese angewiesen, Handläufe und in den Allgemeinräumen Türen und Türgriffe zu desinfizieren.
Die Baugesellschaft bittet darum, dass alle Mieterinnen und Mieter die Allgemeinräume und Treppenhäuser regelmäßig stoßlüften und die Allgemeinräume so wenig wie nötig betreten.
Alle Spielplätze in den Liegenschaften sind geschlossen.
Die Baugesellschaft Hanau bietet eine online Wohnungsbewerbung auf ihrer Homepage an, um sich weiterhin auf Wohnraum zu bewerben: www.bau-hanau.de
Mietverträge können für bestimmte Liegenschaften über die Zentrale oder die Kundenbetreuer angefordert werden: 06181 – 25010
Sollten Sie Schäden an Ihren Wohnungen feststellen, können Sie uns diese über info@bau-hanau.de melden. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass nur noch Kleinreparaturen abgearbeitet werden, die Folgeschäden verursachen könnten, wie z.B. laufendes Wasser oder einen Stromausfall. Ein klemmendes Fenster oder ein defekter Rollladen fällt nicht unter Schäden, die sofort abgearbeitet werden. Solche Schäden werden später behoben. Diese Maßnahme dient sowohl dem Schutz der Mieterinnen und Mieter als auch den der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Handwerksfirmen.
Erlässt die Baugesellschaft im Notfall einen Teil der Miete?
In begründeten Härtefällen erlässt die Baugesellschaft bei entsprechendem Nachweis für den Zeitraum April bis einschließlich September bis zu 35 Prozent der Miete. Ein mehrköpfiges Expertengremium der Baugesellschaft entscheidet darüber und orientiert sich zum einen am Mietereinkommen der vergangenen drei Monate, zum anderen an der Maximalmiete. „Jeder Einzelfall wird gesondert geprüft und gewertet“, beschreibt Geschäftsführer Jens Gottwald das detaillierte Vorgehen weiter.
Mieterinnen und Mieter, die einen Teilerlass beanspruchen wollen, müssen insbesondere folgendes vorlegen: den Einkommens- oder Umsatznachweis für die Monate Januar bis März 2020; einen schriftlichen Nachweis über eine Corona-bedingte Kündigung, unbezahlten Urlaub oder Kurzarbeit. Dies muss für die gesamte Dauer der geforderten Hilfe nachgewiesen werden. Weitere Nachweise, die einen Härtefall begründen, sind wünschenswert, aber nicht Pflicht.
Zudem zieht die Baugesellschaft in die Entscheidung über einen Teilerlasses Faktoren aus dem bestehenden Mietverhältnis heran. Dazu gehört die Länge des bestehenden Mietverhältnisses. Eine Rolle spielen auch die Zahlungsmoral in der Vergangenheit, insbesondere der letzten drei Jahre, sowie eine positive Zukunftsprognose unter Auswertung der Mieterakte.
Mieterhöhungen wurden bei der Baugesellschaft Hanau bereits ausgeschlossen. Auf Räumungsklagen und Kündigungen wird ebenfalls während des Krisenzeitraums verzichtet.
Was wurde zum Schutz von Mietern geregelt?
Das Recht der Vermieter, Mietverhältnisse über Räume wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, wird für einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt. Die Einschränkung gilt nur für Fälle, in denen die Rückstände allein auf den Auswirkungen der Sars-CoV-2-Pandemie beruhen. Die Regelung ist auf den Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni 2020 begrenzt. Die Pflicht des Mieters zur fristgerechten Zahlung bleibt aber auch in dieser Zeit bestehen. Zahlungsrückstände aus dem Zeitraum 1. April bis 30. Juni 2020 berechtigen nur – für die Dauer von 24 Monaten – nicht zur Kündigung. Erst, wenn der Mieter die Zahlungsrückstände auch nach dem 30. Juni 2022 noch nicht beglichen hat, kann ihm wieder gekündigt werden. Mit den Regelungen soll verhindert werden, dass infolge vorübergehender Einnahmeausfälle durch die Sars-CoV-2-Pandemie Wohnraummieter ihr Zuhause verlieren.
Ist ein Mieter damit vor Kündigungen während der Corona-Krise sicher?
Die Regelung erfasst nur die Kündigung wegen Zahlungsrückständen aus den Monaten April bis Juni 2020. Gibt es Zahlungsrückstände aus früheren Zeiträumen, die zur Kündigung berechtigten oder sonstige Kündigungsgründe des Vermieters (z. B. Eigenbedarf oder wegen Fehlverhaltens des Mieters gegenüber dem Vermieter) ist eine Kündigung weiterhin zulässig.
Was muss ein Mieter tun, um sich während der Covid-19-Pandemie vor einer Kündigung zu schützen?
Ein Mieter sollte dem Vermieter mitteilen, wenn er infolge der Covid-19 Pandemie zeitweise keine Miete zahlen kann. Er muss dies im Streitfall dem Vermieter auch glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung kann er sich entsprechender Nachweise, einer Versicherung an Eides statt oder sonst geeigneter Mittel bedienen. Hierfür kommen in Frage: Der Nachweis der Antragstellung beziehungsweise die Bescheinigung über die Gewährung staatlicher Leistungen, Bescheinigungen des Arbeitsgebers oder andere Nachweise über das Einkommen beziehungsweise über den Verdienstausfall.
Was ist mit den Mietzahlungen, die ein Mieter derzeit nicht leisten kann?
Mieter bleiben zur fristgerechten Zahlung verpflichtet, auch wenn sie im Krisenzeitraum nicht über die finanziellen Mittel dafür verfügen sollten. Dies hat zur Folge, dass Mieter bei nicht fristgerechter Leistung in Verzug geraten und Verzugszinsen fällig werden können. Sie haben aber bis zum 30. Juni 2022 Zeit, die Mietschulden zu begleichen. Schaffen sie dies nicht, kann eine Kündigung wegen Zahlungsrückstands auch auf ausgebliebene Zahlungen aus dieser Zeit erfolgen.
Wird das Problem nicht nur von den Mietern auf die Vermieter verlagert?
Mietern, die von der Corona-Krise stark betroffen werden, wird eine Verschnaufpause gewährt, wenn sie vorübergehend ihre Mieten nicht fristgerecht bezahlen können. Angesichts der enormen Herausforderungen, vor die uns das Coronavirus als Gesellschaft stellt, geht es hierbei um einen Akt gebotener Solidarität. Mieter sollen nicht aufgrund der temporären Einschränkungen des öffentlichen Lebens und daraus resultierender Einkommenseinbußen ihr Zuhause verlieren. Es geht darum, aus der Corona-Krise keine „Krise der Wohnungslosigkeit“ zu machen. Das Problem wird nicht verlagert, denn Mieter müssen die Mieten ja bezahlen – aber sie haben dafür etwas mehr Zeit, ohne den Verlust der Wohnung fürchten zu müssen.
Müssen Mieter die Miete mit Zinsen zurückzahlen?
Das kommt auf den Einzelfall an – aber grundsätzlich ja. Denn die Mieten bleiben weiter regulär fällig. Bezahlt ein Mieter die fällige Miete nicht fristgerecht, dann kommt er grundsätzlich in Verzug. Der Vermieter kann dann – bis der Betrag beglichen ist – hierfür Verzugszinsen verlangen.