Was ist SARS-CoV-2?
Das Coronavirus wird offiziell als SARS-CoV-2 bezeichnet, da es sich wie das SARS-Virus aus dem Jahr 2003 um ein so genanntes beta-Coronavirus handelt. Eine Erkrankung durch das neuartige Coronavirus wird als COVID-19 bezeichnet, da das Virus im Jahr 2019 erstmal entdeckt wurde.
Welche Krankheitszeichen werden durch das neuartige Coronavirus ausgelöst und wie unterscheidet es sich von einer normalen Erkältung / Grippe?
01 Symptome Coronavirus Hanau
Aufgrund der Corona-Pandemie sollten sich alle Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz nach Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums selbst in Quarantäne begeben. "Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz, in Österreich, in Regionen Frankreichs (Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne) oder Madrid waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause", schrieben Minister Jens Spahn und sein Ministerium auf Twitter. Das gleiche gilt für Touriste, die aus den Bundesstaaten Kailfornien, Washington oder New York kamen. Dies gelte "unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht". Europa ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt weltweit die am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Region der Welt.
Wie wird das Virus übertragen?
Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Übertragung geschieht dabei vor allem durch virushaltige Tröpfchen, entweder über die Schleimhäute der Atemwege oder auch indirekt über die Hände, die mit Mund- oder Nasenschleimhaut oder der Augenbindehaut in Kontakt kommen.
Warum unterscheiden sich die von Robert-Koch-Institut (RKI) und der Johns Hopkins Universität berichteten Angaben zu COVID-19-Fällen in Deutschland?
Das Center for Systems Science and Engineering (CSSE) der Johns Hopkins Universität (JHU) und das RKI beziehen ihre Daten aus unterschiedlichen Quellen, daher sind Abweichungen unvermeidlich.  Die Angaben der JHU basieren auf einer kontinuierlichen Internetrecherche, bei der verschiedene Quellen berücksichtigt werden (u.a. Behörden, Medienberichte, Social Media). Dadurch liegen diese Zahlen zwar schnell vor, lassen aber nur begrenzte Schlüsse auf die Entwicklung zu. Das RKI verwendet für seine Analysen nur die offiziellen, den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) gemeldeten Fälle. Ärzte und Labore melden Informationen zu ärztlichen Diagnosen bzw. Erregernachweisen an die Gesundheitsämter. Diese überprüfen die Informationen, führen sie zusammen und ergänzen fehlenden Angaben durch eigene Ermittlungen. Auf die Weise gesicherte COVID-19-Fälle werden an die zuständigen Landesbehörden und das RKI übermittelt. Dabei kann etwas Zeit vergehen. Die Zusammenstellung, Prüfung und Weitergabe der Informationen nimmt Zeit in Anspruch, sie ist aber dringend notwendig.
Kann ich mich durch aus China importierte Waren infizieren?
Von importierten Waren, Briefen oder Koffern, die keine lebenden oder toten Tiere bzw. frische Tierprodukte enthalten, geht nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation und des Bundesinstitutes für Risikobewertung kein Infektionsrisiko aus.
Wie lange ist die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch?
Momentan geht man davon aus, dass die Zeit von einer Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung maximal 14 Tage beträgt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beträgt die Inkubationszeit im Durchschnitt 5-6 Tage. Beschwerden, die erst nach der Inkubationszeit auftreten, sprechen gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2.
Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
02 Social Distancing Cornonavirus Hanau
Durch das Einhalten einfacher Hygieneregeln kann man das Risiko einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus vermindern. Wie bei allen akuten Infektionen der Atemwege schützen Hust- und Niesregeln sowie eine gute Händehygiene und das Abstandhalten zu Erkrankten (1-2 Meter). Auf das Händeschütteln sollten Sie verzichten. Generell sollten Menschen, die Atemwegssymptome haben, zu Hause bleiben. Personen, die erkrankt sind, sollten darauf achten, dass sie zum Schutz ihrer Mitmenschen die ungehinderte Freisetzung von Tröpfchen möglichst unterbinden. Dies geschieht z.B. durch Umsetzung der bekannten Hustenregeln oder durch eine physische z.B. textile Barriere (z.B. eines Mund-Nasen-Schutzes). Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die anderen oben genannten Maßnahmen nicht vernachlässigt werden.
Für wen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sinnvoll?
Es gibt momentan keine hinreichenden Belege dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Ansteckungsrisiko für gesunde Personen verringert. Nach Angaben der WHO kann das Tragen eines solchen Schutzes in Situationen, in denen dies nicht empfohlen ist, ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Dies könnte unter Umständen sogar dazu führen, dass einfache Hygienemaßnahmen wie eine gute Händehygiene vernachlässigt werden.
Der wichtigste und effektivste Schutz ist eine gute Händehygiene, korrekte Hustenetikette und Einhalten eines Mindestabstandes (ca. 1 bis 2 Meter) von hustenden Personen.
Wie ist die aktuelle Versorgungslage bei Atemschutzmasken und Schutzanzügen?
Zurzeit kaufen weltweit Regierungen, Krankenhäuser und Privatpersonen Schutzkleidungen auf Vorrat. Gleichzeitig steht in China die Produktion teilweise still. Deshalb kommt es auch hier bei uns in Deutschland zu Knappheiten. Daher gilt seit 4. März 2020 eine Ausfuhrbeschränkung für Schutzkleidung. Insbesondere Schutzmasken und -anzüge werden seitens des Bundes, einiger Länder und Akteure des Gesundheitssystems kurzfristig beschafft und bevorratet werden. Wie lange eine flächendeckende Versorgung benötigt wird, kann heute noch nicht sicher beantwortet werden. Für den privaten Bedarf gibt es im Handel (vorwiegend online) immer wieder Angebote. Allerdings sind die Preise sehr unterschiedlich.
Muss ich mir im Alltag die Hände desinfizieren?
Nein. Das SARS-CoV-2 ist von einer Hülle umgeben und relativ einfach zu inaktivieren. Grundsätzlich genügen dafür Wasser und Seife im Rahmen einer guten Händehygiene.
Welche Maßnahmen empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) und welche Ziele sollen damit erreicht werden?
03 Flatten The Curve Coronavirus Hanau
Aktuell empfiehlt das RKI eine Eindämmungsstrategie (Containment). Alle Anstrengungen verfolgen das Ziel, einzelne Infektionen so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus dadurch so weit wie möglich zu verhindern. Um das zu erreichen, müssen Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrochen werden. Dies gelingt nur, wenn Kontaktpersonen von im Labor bestätigten Infektionsfällen möglichst lückenlos identifiziert und für 14 Tage in häuslicher Quarantäne untergebracht werden.
Welchen Vorteil bringt Abstand halten bzw. die Beschränkung sozialer Kontakte?
Die Beschränkung sozialer Kontakte soll Übertragungsketten und die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland verlangsamen. Ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen vermindert das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2.
Das Virus wird vor allem durch direkten Kontakt zwischen Menschen (z.B. im Gespräch) durch kleine Tröpfchen übertragen. Eine infizierte Person steckt durchschnittlich 2-3 weitere Menschen an. Eine Übertragung durch eine infizierte Person kann auch schon bis zu zwei Tage vor Symptombeginn stattfinden, oder bei einem sehr milden Verlauf der Erkrankung.
Eine rasche Ausbreitung des Virus würde insbesondere eine Gefährdung für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen bedeuten. Personen, die zu diesen Risikogruppen gehören, erkranken häufiger schwer und eine stationäre oder sogar intensivmedizinische Behandlung kann dann erforderlich sein.
Erkranken viele Menschen gleichzeitig, besteht die Gefahr eines Engpasses im Gesundheitswesen (Zahl der Krankenhausbetten, medizinisches und pflegerisches Personal), so dass die Kapazitäten nicht ausreichen, um alle Patienten zu versorgen. Personen mit anderen Erkrankungen können dann möglicherweise nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon über die Maßen belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden.
Muss ich mich anders verhalten, wenn ich in einem sicherheitsrelevanten Beruf arbeite (medizinisches Personal, Polizei, THW, ...)?
  • Hatten Sie persönlichen Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person?
  • Haben Sie sich in den letzten 14 Tagen in einem der ausgewiesenen Risikogebiete aufgehalten?
  • Haben Sie Symptome wie Husten, Fieber, Atemnot?
Sollte einer der oben genannten Punkte auf Sie zutreffen, sind Sie verpflichtet sich über https://www.mkk.de/aktuelles/corona/formulare/formular_systemrelevanter_beruf.html beim Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises zu melden.
Was sollten Sie tun, wenn Sie fürchten, sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert zu haben, oder aus Regionen zurückkehren, in denen es zu Übertragungen kommt?
Wenn Sie (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Menschen, die Kontakt zu einer Kontaktperson hatten, müssen sich nicht in häusliche Quarantäne begeben, solange die Kontaktperson symptomfrei bleibt.
An wen wende ich mich bei einer Erkrankung?
04 Hotlines Coronavirus Hanau
Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner. Bei Symptomen wie Husten, Fieber oder Atemschwierigkeiten melden Sie sich telefonisch bei Ihrem Hausarzt. Außerhalb der Öffnungszeiten der Praxen ist die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung 116 117 rund um die Uhr erreichbar – diese rufen Sie am besten vom Festnetz aus an.
Was soll ich tun, wenn ich weder eine der Hotlines oder meinen Hausarzt/meine Hausärztin telefonisch erreiche?
Wenn nur leichte Symptome vorhanden sind (trockener Husten, leichtes Fieber), sollten Sie sich selbst isolieren, d.h. zuhause bleiben, alle engen Kontakte unter zwei Metern meiden, eine gute Händehygiene und Husten- und Niesregeln einhalten. Sollten die Beschwerden zunehmen, sollten Sie nochmals versuchen, die bundesweite Rufnummer des Kassenärztlichen Notdienstes in Deutschland 116117 anzurufen.
Wann muss ich das Gesundheitsamt einschalten?
Seit Ende Februar hat der Main-Kinzig-Kreis eine Corona-Hotline eingerichtet (06051/ 8510000). Dort sollen sich Menschen melden, wenn sie bei sich eine Infektion mit dem Virus vermuten. Im Vorfeld sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
  • Waren Sie in den vergangenen zwei bis drei Wochen in einem der Risikogebiete? Risikogebiete
  • Hatten Sie Kontakt zu einem bestätigten Corona-Infizierten?
  • Und haben Sie grippeähnliche Symptome, Fieber oder Durchfall?
Das Robert-Koch-Institut (www.rki.de) gibt Auskünfte über die aktualisierten Risikogebiete.
Wer keine der Fragen mit „Ja“ beantworten kann, muss nicht beim Kreis anrufen.
Ist die Notaufnahme als erste Anlaufstelle geeignet?
Als erste Anlaufstelle sind die Notaufnahmen von Krankenhäusern nicht geeignet, weil Ansteckungsgefahr für andere Patienten und auch für Sie besteht.
Wie habe ich mich zu verhalten, wenn ich aus einem Risikogebiet bzw. aus dem Urlaub zurückkehre?
Aufgrund der Corona-Pandemie sollten sich alle Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz nach Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums selbst in Quarantäne begeben. "Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz, in Österreich, in Regionen Frankreichs (Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne) oder Madrid waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause", schrieben Minister Jens Spahn und sein Ministerium auf Twitter. Das gleiche gilt für Touriste, die aus den Bundesstaaten Kailfornien, Washington oder New York kamen. Dies gelte "unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht". Europa ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt weltweit die am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Region der Welt.
Wo gibt es momentan internationale Risikogebiete oder besonders schwer betroffene Gebiete in Deutschland?
Bitte informieren Sie sich auf der Seite des RKI.
Für welche Personengruppen besteht ein besonders hohes Erkrankungsrisiko?
Obwohl schwere Verläufe häufig auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:
  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
  • des Herzens (z.B. koronare Herzerkrankung),
  • der Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis),
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Patienten mit einer Krebserkrankung
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)
Darf der Arbeitgeber bzw. eine Kindergemeinschaftseinrichtung einen Nachweis über eine SARS-CoV-2-Testung von Personen verlangen, die vor kurzem aus Risikogebieten nach Deutschland zurückgekehrt und beschwerdefrei sind?
Eine Untersuchung bzw. Testung beschwerdefreier Personen, die aus Risikogebieten zurückgekehrt sind und keinen Kontakt zu nachweislich an COVID-19-Erkrankten hatten, wird vom Gesundheitsamt weder befürwortet noch durchgeführt.
Muss ich mit leichten Atemwegserkrankungen für eine Krankschreibung in die Arztpraxis gehen?
Ab sofort können Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit (AU) bis maximal 14 Tage ausgestellt bekommen. Sie müssen dafür nicht die Arztpraxen aufsuchen.
Sollte ich bei einer Atemwegserkrankung ärztlichen Rat einholen und einen Test veranlassen, auch wenn meine Symptome nur leicht sind (Husten, Niesen, Halsschmerzen etc.)?
Ja, wenn:
  • Sie in den letzten zwei Wochen Kontakt hatten zu einem Erkrankten, bei dem im Labor eine COVID-19-Diagnose gestellt wurde
  • Sie in einem Gebiet waren, in dem es bereits zu vielen COVID-19-Erkrankungen gekommen ist
  • bei Ihnen eine Vorerkrankung besteht oder die Atemwegserkrankung schlimmer wird (Atemnot, hohes Fieber etc.)
  • wenn Sie bei der Arbeit oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit Menschen in Kontakt kommen, die ein hohes Risiko für schwere Erkrankungen haben (z.B. im Krankenhaus oder der Altenpflege)
Schon bevor das Testergebnis vorliegt, sollte man sich selbst isolieren, d.h. zuhause bleiben, alle engen Kontakte unter 2 Metern meiden, gute Händehygiene einhalten und bei Kontakt zu anderen (falls vorhanden) einen Mund-Nasenschutz tragen.
Wie kann das Virus nachgewiesen werden?
Für das Feststellen einer akuten Infektion mit dem SARS-CoV-2 ist der direkte Erregernachweis ausschlaggebend. In der frühen Phase sind Abstriche aus den oberen Atemwegen besonders als Probenmaterial geeignet (z.B. Rachenabstriche). In späteren Phasen können außerdem Sekrete aus den unteren Atemwegen zur Untersuchung genutzt werden. Die reine Testzeit im Labor beträgt etwa 4 bis 5 Stunden. Von Probenentnahme bis Ergebnismitteilung vergehen in der Regel 24 bis 48 Stunden.
Wer führt diese Tests durch?
In Hessen werden seit dem 10.03.2020 an ausgewählten Standorten des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes zentrale Untersuchungsstellen eingerichtet, um gebündelt Tests auf das neuartige Coronavirus durchzuführen und die Hausarztpraxen zu entlasten.
Kann ich mich prophylaktisch testen lassen?
Nein. Abstriche werden nur bei Patientinnen und Patienten veranlasst, bei denen zuvor das Gesundheitsamt entschieden hat, ob eine Testung erforderlich ist. Voraussetzung für einen Test ist nach den Kriterien des Robert-Koch-Institutes eine akute Erkrankung der Atemwege und ein Kontakt mit einer als infiziert bestätigten Person oder der Aufenthalt in einem Risikogebiet.
Welche Maßnahmen ergreift das Gesundheitsamt, wenn man positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde?
Das Gesundheitsamt nimmt zunächst Kontakt zu der positiv getesteten Person auf. Danach werden die Personen erfragt, zu denen innerhalb der letzten 14 Tage ein enger Kontakt bestand. Diese werden zunächst telefonisch oder per Email benachrichtigt. Das Gesundheitsamt entscheidet dann, ob eine Testung auf das neuartige Coronavirus nötig ist und ob eine häusliche Quarantäne angeordnet wird.
Müssen alle SARS-CoV-2 positiv getesteten Personen im Krankenhaus behandelt werden?
Nein. Nur schwer erkrankte Personen müssen stationär aufgenommen und behandelt werden. Personen, die nur leichte Beschwerden haben, können ambulant versorgt werden. In diesem Fall wird vom Gesundheitsamt eine häusliche Isolation von 14 Tagen angeordnet.
Welchen Zweck hat eine Quarantäne?
05 Quarantaene Coronavirus Hanau
Eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland soll so weit wie möglich verlangsamt werden. Hierfür ist es notwendig, die Kontaktpersonen bestätigten Infektionsfällen zu identifizieren und ihren Gesundheitszustand für die maximale Dauer der Inkubationszeit (14 Tage) zu beobachten, wenn geboten auch in häuslicher Quarantäne.
Das zuständige Gesundheitsamt legt im Einzelfall das konkrete Vorgehen für Kontaktpersonen fest. Zu den Empfehlungen des Gesundheitsamtes kann gehören, zu Hause zu bleiben, Abstand von Dritten zu halten, regelmäßige Händehygiene sowie eine gute Belüftung der Wohn- und Schlafräume zu achten und Haushaltsgegenstände (Geschirr, Wäsche, etc.) nicht mit Dritten zu teilen, ohne diese zuvor wie üblich zu waschen. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte ein eigenes Badezimmer genutzt werde. Hygieneartikel sollten nicht geteilt werden und die Wäsche sollte regelmäßig und gründlich (übliche Waschverfahren) gewaschen werden. Es ist wichtig, die Husten- und Niesregeln einzuhalten. Für Sekrete aus den Atemwegen empfiehlt sich die Verwendung von Einwegtüchern.
Angehörige können die Kontaktperson im Alltag z.B. durch Einkäufe unterstützen. Enger Körperkontakt sollte vermieden werden. Kontaktoberflächen wie Tisch oder Türklinken sollten regelmäßig mit Haushaltsreiniger gereinigt werden.
Nähere Infos, wie Sie sich in der Quarantäne verhalten sollten, finden Sie hier.
Wann muss ich in Quarantäne?
Wenn ein hohes Risiko besteht, dass Sie sich angesteckt haben:
  • wenn Sie innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem Erkrankten mit einer laborbestätigten COVID-19-Diagnose hatte. Ein wirklich enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen hat bzw. angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist.
  •  immer, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet.
  • Nicht in Quarantäne müssen Sie, wenn Sie
  • innerhalb der letzten zwei Wochen im gleichen Raum mit einem Erkrankten mit einer COVID-19 Diagnose waren, ohne einen engen Kontakt,
  •  in einem Gebiet mit steigenden Fallzahlen von COVID-19 waren,
da dann ein geringeres Risiko besteht, sich angesteckt zu haben.
Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet (Krankenhaus, Altenpflege etc.), sollte aber in jedem Fall seinen Betriebsarzt informieren. Und für alle gilt: tägliche Selbstkontrolle auf Krankheitszeichen.
Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson, hat kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Erkrankung und kann auch niemanden anstecken. Im Fall von Krankheitszeichen einer Atemwegserkrankung sollte man sich jedoch testen lassen.
Schon bevor das Testergebnis vorliegt, sollte man sich selbst isolieren, d.h. zuhause bleiben, alle engen Kontakte unter 1,5 Metern meiden, gute Händehygiene einhalten und bei Kontakt zu anderen (falls vorhanden) einen Mund-Nasenschutz tragen. Nähere Infos, wie Sie sich in der Quarantäne verhalten sollten, finden Sie hier
Wann darf ich die Quarantäne wieder verlassen?
Wenn Sie nicht positiv getestet worden sind bzw. keine Symptome hatten, können Sie die Quarantäne nach 14 Tagen wieder verlassen. Wenn Sie positiv getestet worden sind, bekommen Sie in der Regel ein Schreiben vom Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises mit einem klar definierten Datum für das Quarantäne-Ende, nach dessen Erreichen Sie wieder „raus“ dürfen. Sollten Sie kein Schreiben erhalten haben, können Sie sich laut Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises nach 2 Wochen Symptomfreiheit eigenständig wieder aus der Quarantäne entlassen.
Soll ich bei einer Atemwegserkrankung einen Test veranlassen, auch wenn ich nur leichte Symptome habe (Husten, Niesen, Halsschmerzen etc.)?
Ja, wenn:
  • man in den letzten zwei Wochen Kontakt hatte zu einem Erkrankten, bei dem im Labor eine COVID-19 Diagnose gestellt wurde
  • man in einem Gebiet war, in dem es bereits zu vielen COVID-19 Erkrankungen gekommen ist
  • eine Vorerkrankung besteht oder die Atembeschwerden schlimmer werden (Atemnot, hohes Fieber)
  • wenn man bei der Arbeit oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit Menschen in Kontakt kommt, die ein hohes Risiko für schwere Erkrankungen haben (z.B. im Krankenhaus oder der Altenpflege)
Schon bevor das Testergebnis vorliegt, sollte man sich selbst isolieren, d.h. zuhause bleiben, alle engen Kontakte unter 2 Metern meiden, gute Händehygiene einhalten und bei Kontakt zu anderen (falls vorhanden) einen Mund-Nasenschutz tragen.
Ist ein Test bei Personen ohne jedes Krankheitszeichen sinnvoll?
Nein. Eine Labordiagnose sollte nur bei eindeutigen Krankheitszeichen durchgeführt werden zur Klärung der Ursache. Wenn man gesund ist, sagt ein Test auf COVID-19 nichts darüber aus, ob man krank werden kann. Zudem würden damit die Testkapazitäten unnötig belastet.
Wann ist eine Laboruntersuchung auf SARS-CoV-2 notwendig?
Eine Laboruntersuchung auf SARS-CoV-2 ist dann notwendig, wenn es sich bei den Betroffenen um begründete COVID-19-Verdachtsfälle handelt, d.h. sie Krankheitszeichen haben und innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten und/oder sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet/einem besonders betroffenen Gebiet in Deutschland aufgehalten haben.
Darüber hinaus sollte ein Test auch bei Patienten in Erwägung gezogen werden, die Krankheitszeichen haben und sich in den letzten 14 Tagen in Regionen aufgehalten haben, in denen COVID-19-Fälle vorkommen, die aber noch nicht als Risikogebiete/besonders betroffene Gebiete gelten, sowie generell bei Patienten mit Hinweis auf eine virale Pneumonie ohne Alternativdiagnose.
Tests bei Personen ohne Beschwerden werden nicht empfohlen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für das neuartige Coronavirus?
Nicht alle Erkrankungen verlaufen schwer, auch bei den meisten in China berichteten Fällen war der Krankheitsverlauf mild. Im Zentrum der Behandlung der Infektion stehen unterstützende Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes (z.B. Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Begleitinfektionen) sowie die Behandlung von bestehenden Grunderkrankungen. Eine gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie steht derzeit noch nicht zur Verfügung.
Welche Medikamente kann ich bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 einnehmen?
Prinzipiell gibt es momentan keine Einschränkungen bei der Verordnung von fiebersenkenden Medikamenten wie Ibuprofen, Paracetamol und ASS. Professor Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charite betont: „Das SARS-Coronavirus 2 ist zwar neu, aber andere Coronaviren und Erkältungsviren kennt man, und auch da gibt es keinen Hinweis darauf, dass eine Ibuprofen-Einnahme diese Viruserkrankungen verschlechtern würde.“
Man sollte als Patient generell vorsichtig mit einer eigenmächtigen Medikamenteneinnahme sein und diese immer mit seinem Hausarzt absprechen. Das betrifft auch die Einnahme von Paracetamol, die ebenfalls nach strengen medizinischen Kriterien erfolgen sollte.
Kann man sich gegen COVID-19 impfen lassen?
Momentan steht kein Impfstoff zur Verfügung, der vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus schützt. Weltweit wird intensiv an solchen Impfstoffen gearbeitet. Wann ein Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 verfügbar sein wird, ist derzeit noch nicht zu sagen.
Was bringt eine Pneumokokken-Impfung in der aktuellen COVID-19-Pandemie?
Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen und die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung erfordern. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon stark belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden.
Die Ständige Impfkommission (STIKO empfiehlt) – unabhängig von der COVID-19-Pandemie - für alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung. Es ist plausibel, dass die Pneumokokken-Impfung eine bakterielle Superinfektion durch Pneumokokken bei Patienten mit COVID-19 verhindern kann. Die aktuelle Datenlage ist jedoch unzureichend um einzuschätzen, wie häufig solche Superinfektionen bei COVID-19 Patienten vorkommen.
Was bedeutet es für Deutschland, wenn sich SARS-CoV-2 hierzulande zunehmend ausbreitet?
Es ist offen, wie viele Menschen sich insgesamt in Deutschland mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren werden. Schätzungen gehen von bis zu 70 % der Bevölkerung aus. Es ist allerdings unklar, über welchen Zeitraum dies geschehen wird.
Die Auswirkungen für Deutschland lassen sich momentan nicht vorhersagen: Es könnte schwerer als bei einer schweren Grippewelle werden, das Geschehen könnte aber auch milder verlaufen, das ist nicht vorhersehbar.
Wie schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Lage ein?
Die WHO hat am 11.03.2020 die Verbreitung des neuartigen Coronavirus als Pandemie (länderübergreifende, globale Verbreitung einer Infektionskrankheit) bezeichnet.
Tipps wie man sich schützen kann:
  • Halten Sie sich an die Husten- und Nies-Etikette (Husten und Niesen in die Ellenbeuge).
  • Waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände ( Tipp: Zweimal "Happy Birthday" singen, dann hat man die ideale Waschlänge) mit ausreichend Wasser und Seife.
  • Verzichten Sie darauf, sich die Hände zu schütteln.
  • Vermeiden Sie es, mit den Händen das Gesicht zu berühren.
  • Nutzen Sie Papiertaschentücher zum Naseputzen und verwenden Sie diese nur einmalig. Entsorgen Sie diese so bald wie möglich in einem Abfalleimer und waschen Sie zeitnah Ihre Hände.
  • Halten Sie einen Mindestabstand (1 bis 2 Meter) zu anderen Personen, insbesondere zu Personen mit Atemwegsbeschwerden.
Diese Maßnahmen schützen im Übrigen auch vor Influenza (Grippe) und anderen Atemwegserkrankungen.
Was müssen Schwangere beachten?
Schwangere scheinen zufolge der Weltgesundheitsorganisation WHO und deren Daten aus China kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Auch beim Robert-Koch-Institut (RKI) gibt es keine Daten zur Empfänglichkeit für eine SARS-CoV-2-Infektion bei Schwangeren. Aufgrund der physiologischen Anpassung und immunologischen Änderungen während der Schwangerschaft kann eine erhöhte Empfänglichkeit für Infektionen durch SARS-CoV-2 nicht ausgeschlossen werden.
Gibt es Fälle bei Neugeborenen?
Es gibt laut Robert-Koch-Institut (RKI) bislang keine Hinweise darauf, dass COVID-19 auf das Kind im Mutterleib übertragbar ist. Eine Übertragung auf das neugeborene Kind ist über den engen Kontakt und eine Tröpfcheninfektion möglich, bisher gibt es jedoch keine Nachweise von SARS-CoV-2 in der Muttermilch. Die Datenlage ist derzeit aber noch nicht ausreichend, um diese und andere Fragen zu COVID-19 in der Schwangerschaft sicher zu beantworten. Vertikale Übertragung von der (infizierten) Mutter auf ihr Kind (vor, während, nach der Geburt): Es gibt nur wenige Studien, die diese Fragestellung untersucht haben. Bei den bisher untersuchten Neugeborenen COVID-positiver Mütter konnte kein Nachweis einer Übertragung erbracht werden. Es gibt Einzelfallberichte von Neugeborenen, bei denen SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, in diesen Fällen ist aber unklar, ob die Übertragung während der Schwangerschaft, während der Geburt oder nach der Geburt erfolgte, so dass hieraus keine Schlussfolgerungen gezogen werden können.