Main-Kinzig-Kreis setzt die Anstrengungen zur Beschaffung und Verteilung von Schutzausrüstung fort: Heimische Unternehmen zur Unterstützung aufgerufen, eigene Bestände für Ärzte, Krankenhäuser, Rettungsdienst und Pflege zur Verfügung zu stellen (29.03.2020, 14:00 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. –  Um den Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus unvermindert fortsetzen zu können, wird der Main-Kinzig-Kreis sich in eigener Verantwortung weiter für die Bereitstellung von Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel einsetzen. Als weiteren Schritt hat Landrat Thorsten Stolz jetzt gemeinsam mit der Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler und dem Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann die heimischen Unternehmen zur Mitwirkung aufgerufen. ...
In einem Schreiben über die Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern sowie die beiden Kreishandwerkerschaften Hanau und Gelnhausen/Schlüchtern werden die Unternehmen aus dem Main-Kinzig-Kreis gebeten, die Bestände an Infektionsschutzmaterial, die dort nicht dringend benötigt werden, dem Gefahrenabwehrzentrum zur Weiterleitung anzubieten. „Nach unserer Einschätzung könnten wir damit den vorhandenen Versorgungsengpass wirkungsvoll überbrücken und Arztpraxen, Krankenhäuser, Rettungsdienst und Pflegeeinrichtungen zwischen Maintal und Sinntal ausstatten“, erläutert die Kreisspitze.
An Wochenende wurden über das Gefahrenabwehrzentrum mit Unterstützung der Städte und Gemeinden sowie der Freiwilligen Feuerwehren vor Ort bereits aus eigenen Reservebeständen des Main-Kinzig-Kreises zahlreiche niedergelassene Ärzte im Kreisgebiet mit Nachschub versorgt. „Mehr als 200 Pakete mit insgesamt rund 21.000 Schutzmasken und etwa 1.100 Overalls wurden ausgegeben, um hier die Arbeit sicherzustellen“, berichtet Kreisbrandinspektor Markus Busanni am Sonntag in der Sitzung des Verwaltungsstabes.
In den kommenden Tagen erwartet der Main-Kinzig-Kreis dann auch den bereits vor Tagen bestellten Nachschub, um die Verteilung auch langfristig sicherzustellen. „Wir schöpfen hier derzeit alle Möglichkeiten aus, um die Arztpraxen, die Kliniken und auch die Altenpflegeheime mit den unverzichtbaren Schutzausrüstungen versorgen zu können“, berichtete Landrat Thorsten Stolz über die intensiven Anstrengungen, auf unterschiedlichen Wegen an die Schutzausrüstungen zu gelangen.
Mit der erhofften Beteiligung der heimischen Unternehmen und Betriebe werde nun eine weitere Option ins Spiel gebracht. „Wir setzen auch hier auf kurze Wege und eine direkte Verteilung an die Stellen, wo ein kurzfristiger Engpass droht. Was die Unternehmen aus dem Main-Kinzig-Kreis zur Verfügung stellen, kommt auch eins zu eins vor Ort an“, erläutert der Landrat. Dazu wurden in den vergangenen Tagen eine logistische Infrastruktur sowie ein gut funktionierendes Kommunikationsnetz auch zu den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aufgebaut.
Landrat Thorsten Stolz, Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann richten ihren Dank an die IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern sowie die beiden Kreishandwerkerschaften Hanau und Gelnhausen/Schlüchtern, die über ihre Kanäle die wichtige Botschaft an die Unternehmen und Betriebe weiterleiten. Benötigt werden unter anderem Atemschutzmasken der Klasse FFP2 und FFP3, chirurgischer Mundnasenschutz sowie weitere persönliche Schutzausrüstung wie Schutzbrillen, Vollgesichtsmasken, Schutzkittel, Ganzkörperschutzanzüge und Einmalhandschuhe. Die jeweiligen Meldungen sind per Mail zu richten an stab.gaz@mkk.de.
Die Zahl der laborbestätigten Fälle von Coronavirus ist am Sonntag nur um drei Personen gestiegen. Diese kommen aus Niederdorfelden, Hanau und Gelnhausen. Die Gesamtzahl der positiv getesteten Personen im Main-Kinzig-Kreis stieg damit auf aktuell 151. Die Zahl der als genesen beurteilten Fälle bleibt zunächst unverändert bei 11. Die Zahl der stationär behandelten Corona-Patienten wird jetzt mit 17 angegeben, davon liegen jeweils drei Personen auf Intensivstationen in den Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen sowie im Klinikum Hanau.

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Materiallieferungen an Ärzte sind gut angelaufen: Landrat Thorsten Stolz zieht positive Zwischenbilanz / (28.03.2020, 14:45 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis - Landrat Thorsten Stolz hat eine positive Zwischenbilanz der Kreisinitiative gezogen, mit der über das Wochenende eine Reihe von niedergelassenen Ärzten im Kreisgebiet mit Schutzausrüstung versorgt werden. „Wir haben bis Samstagmorgen schon einen Großteil der Lieferungen an die Städte und Gemeinden verteilt, darunter an die größten Städte Hanau und Maintal. Es ist stark und wichtig, dass die örtlichen Krisenstäbe die Aktion mit unterstützen und das Material weiterleiten und pünktlich dorthin bringen, wo es gebraucht wird. Alle Arztpraxen können also kommende Woche aufmachen und mit notwendigen Schutztextilien arbeiten“, sagte der Landrat. ...
Der Verwaltungsstab des Main-Kinzig-Kreises unter der Federführung der Kreisspitze erstellt zur Versorgungslage der Arztpraxen regelmäßig ein eigenes Lagebild. Daraus ergab sich aus Sicht des Kreises zuletzt ein immer drängenderer Handlungsbedarf, was die Versorgung mit Schutzmaterial anbetrifft. Versuche der Kreisspitze, über die politische Ebene die Beschaffung zu beschleunigen, blieben bisher erfolglos.
Eine große Zahl an Arztpraxen verfügt nach diesem Lagebild zwar noch über genügend Ausrüstung, bei einem anderen Teil wurde das Material jedoch äußerst knapp. „Bei mindestens 180 niedergelassenen Ärzten drohten schon in wenigen Tagen Schließungen, da wollten wir nicht sehenden Auges drauf zusteuern. Daher lassen wir genau diesen Praxen über das Wochenende gezielt und schnell Schutzmaterial zukommen“, so Thorsten Stolz am Samstag. Mit den Lieferungen von Kreis-Seite seien Praxis-Schließungen kurzfristig abgewendet worden, „aber klar ist auch, dass der Nachschub über die offiziellen Versorgungslinien schnell wieder laufen muss“.
Einen Dank richtete Landrat Thorsten Stolz an alle Beteiligten dieser Initiative. Bis in die Nacht hinein seien am Freitag die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gefahrenabwehrzentrums im Kreisgebiet unterwegs gewesen. Für die weitere Verteilung dankte Stolz ebenso den Rathauschefs und Mitgliedern der örtlichen Krisenstäbe.
Im Main-Kinzig-Kreis gibt es derweil 22 weitere Coronavirus-Fälle, die das Gesundheitsamt am Samstag gemeldet hat. Die Gesamtzahl der laborbestätigten Fälle stieg damit auf aktuell 148*, 11 davon hat das Gesundheitsamt bereits wieder als genesen in den normalen Alltag entlassen. Die neuen Meldungen kommen Hanau (7), Jossgrund, Maintal, Rodenbach (je 2), Bad Soden-Salmünster, Brachttal, Gelnhausen, Linsengericht, Nidderau, Schlüchtern, Schöneck, Sinntal und Wächtersbach.
*Hinweis: Die Gesamtzahl der Coronavirus-Erkrankungen umfasst alle laborbestätigten Fälle von Menschen aus dem Main-Kinzig-Kreis seit Beginn der Verbreitung. Gelegentlich muss die Statistik angepasst werden, etwa bei zunächst nicht eindeutigen Adressmeldungen aus den Laboren oder einer erst nachträglichen Aufklärung über den Erstwohnsitz durch die Patienten. Die Fälle werden somit bundesweit einheitlich nur einmal gezählt.

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Coronavirus-Fallzahlen und was dahintersteckt (27.03.2020, 17:00 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. – Über die sozialen Medien verbreiten sich derzeit allerlei Gerüchte und Spekulationen über Coronavirus-Tests und Fallzahlen. Hintergrund ist dabei oftmals, dass einer Person der Test verweigert wurde oder nach allgemeiner Einschätzung zu wenig getestet werde. Auch die unterschiedlichen Zählungen und Zeitpunkte der Veröffentlichung auf Bundes-, Landes- und Kreisebene sind oftmals nicht leicht verständlich. Als untere Gesundheitsbehörde gibt einzig der Kreis die Zahlen für alle hiesigen Städte und Gemeinden bekannt. Der Main-Kinzig-Kreis führt die Testungen auf das Coronavirus nicht durch, das macht die Kassenärztliche Vereinigung. Es sollen aber im Folgenden einige Aspekte aufgegriffen und eingeordnet werden. ...
Wie viele Coronavirus-Fälle gibt es im Main-Kinzig-Kreis und umfasst diese Zahl alle Menschen im Kreisgebiet, die an Covid-19 erkrankt sind?
Dem Gesundheitsamt sind, Stand 27. März, 13 Uhr, 114 Fälle von Coronavirus-Infektionen aus dem Main-Kinzig-Kreis gemeldet worden. Das umschließt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht alle Erkrankungsfälle. In manchen Fällen können die Symptome derart milde in Erscheinung treten, dass der Betroffene von einer normalen Erkältung ausgeht und einfach so zu Hause bleibt. In anderen Fällen, die sich in häuslicher Isolierung befinden, beispielsweise Rückkehrer aus Risikogebieten, können Erkrankungssymptome während der Isolationszeit auftreten. Wenn es bei bloß leichten Symptomen bleibt, ändert sich für den Betroffenen nichts, ganz gleich ob es sich um eine Erkältung, Grippe oder etwas anderes handelt: Er muss – aufgrund der Regelungen von Bund und Land – ohnehin in der häuslichen Isolierung verbleiben, die sozialen Kontakte drastisch herunterfahren und sich vollständig auskurieren. Ein Test ist dann tatsächlich epidemiologisch nicht notwendig, die selbstständige, konsequente häusliche Isolierung genügt für die betroffene Person und es wird von einer Erkrankung ausgegangen. Allerdings folgt aus diesem – von Fachinstituten auch empfohlenen – Vorgehen, dass die Kontaktpersonen von möglicherweise unentdeckten Covid-19-Fällen nicht ermittelt und isoliert werden.
Wie belastbar ist die Zahl, die das Gesundheitsamt herausgibt?
Die vom Main-Kinzig Kreis herausgegebenen Zahlen basieren auf den von den Testlaboren an das Gesundheitsamt gemeldeten positiven Testergebnissen. Diese werden einmal täglich veröffentlicht. Damit ist sie bei hoher Testfrequenz insofern belastbar, dass sie über einen Zeitraum von mehreren Tagen einen deutlichen Trend abbilden kann. Sie bildet aber sicher nie zu hundert Prozent alle Covid-19-Fälle in einer Region ab. Je höher die Zahl der Tests und der Testfrequenz, desto klarer lassen sich diese Trends ablesen. Der Main-Kinzig-Kreis fordert daher: Es muss in größeren Radien getestet werden. Doch die Entscheidung liegt letztlich nicht in der Hand des Kreises, sondern bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Hinter der Kreis-Forderung nach insgesamt mehr Testungen steht die Befürchtung, dass sich das Coronavirus unkontrolliert verbreiten könnte, wenn zu wenige tatsächlich Erkrankte erfasst werden.
Sollte aus Sicht des Kreises flächendeckend getestet werden?
Nein. Von der Verfügbarkeit des Testmaterials und der Laborkapazitäten einmal abgesehen macht es fachlich wenig Sinn. Wer sich möglicherweise infiziert, aber noch keine bemerkbaren Symptome entwickelt hat, bei dem sind die Testergebnisse höchst unsicher. Damit würde es dann vielleicht gerade aufgrund eines negativen Testergebnisses weitere Infizierungen geben.
Wie hoch ist die Anzahl derer, die krank sind, ohne dass sie oder das Gesundheitsamt das wissen?
Das lässt sich nicht genau sagen. Im Vergleich zu anderen Staaten schätzt das Robert-Koch-Institut die sogenannte Dunkelziffer für Deutschland als deutlich geringer ein. Das hänge mit den frühzeitigen Testungen und der vergleichsweise hohen Zahl an Coronatests zusammen. Klar ist aber: Nicht jeder Infizierte entwickelt Symptome und hat sich entsprechend freiwillig selbst häuslich isoliert. Die seit Kurzem in Kraft getretenen Verordnungen und Allgemeinverfügungen von Bundesregierung, Landesregierung sowie des Main-Kinzig-Kreises, zuletzt die bundeseinheitliche Kontaktbeschränkung für den öffentlichen Raum, haben aber praktisch genau das zum Ziel: viele jener zu erreichen und an sozialen Kontakten zu hindern, die das Virus in sich tragen und weitergeben könnten, selbst aber kaum Erkältungssymptome zeigen. Einige Indikatoren sprechen derzeit noch gegen eine flächendeckende Ausbreitung in der Region. Zum einen befanden sich bis Freitagmittag (27.3.) acht Covid-19-Erkrankte aus dem Kreisgebiet in stationärer Behandlung, bei denen die Infektionsketten gut nachvollzogen werden können. Würde sich das Virus flächendeckend ausbreiten, wäre die Situation eine andere und das Herleiten der Ansteckung schwieriger. Zum anderen gehen über die Proben der Arbeitsgemeinschaft Influenza so gut wie keine Coronavirus-Zufallsfunde ein. Über sogenannte Sentinelproben ergibt sich ein wöchentliches Lagebild der Grippe-Saison in Deutschland, also der Entwicklung akuter respiratorischer Erkrankungen. Aus der jüngsten Charge von rund 200 Proben aus dem Bundesgebiet wurden bloß drei positive Befunde auf das Coronavirus gemeldet, in der Woche zuvor sogar nur einer.
Wird im Main-Kinzig-Kreis genug getestet?
Jede Patientin und jeder Patient, wo es eben medizinisch und epidemiologisch notwendig ist, wird getestet, derzeit vor allem im Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung. Das bedeutet gleichzeitig, dass nicht jeder, der sich „grippig“ fühlt, auch einen Test vermittelt bekommt; es wird priorisiert. Die Entscheidungen treffen die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises beziehungsweise der behandelnde Arzt, wobei das Robert-Koch-Institut die leitenden Kriterien in den vergangenen Tagen lagebedingt immer wieder angepasst hat. Zuständig für die Durchführung der Testungen sind die Vertragsärzte der KV Hessen. Die Kreisspitze des Main-Kinzig-Kreises fordert von der Kassenärztlichen Vereinigung eine Ausweitung dieser Tests. Hintergrund ist, dass natürlich bei einer begrenzten Zahl täglicher Tests die Risikogruppen – Ältere, chronisch Kranke – und medizinisches Personal Vorrang haben vor den Jüngeren ohne schwere Symptomatik. Letztere würden dann aber in immer größerer Zahl gar nicht erfasst, so die Befürchtung des Main-Kinzig-Kreises.
Ist das nicht problematisch, nicht jedem kleinsten Verdacht per Test nachzugehen?
Das kommt stark auf das Verhalten des Einzelnen an, ist jedenfalls nicht gänzlich unproblematisch, was aber im Übrigen für jede ansteckende Krankheit gilt. Wenn eine Person aus dem Skiurlaub in den Main-Kinzig-Kreis zurückkehrt, sich unverzüglich in die häusliche Isolation begibt und dann Erkältungssymptome entwickelt, ist das Wichtigste, dass sich diese Person von anderen fernhält, und zwar strikt für die vollen 14 Tage. Angesichts der meist milden Krankheitsverläufe bei Covid-19 ist es dann für den Einzelnen nicht wesentlich zu wissen, ob er nun genau das hatte oder doch eher Grippe oder einen anderen Infekt. Und nicht jedes Krankheitsgefühl ist gleich Covid-19. Entscheidend ist die eigenverantwortliche, konsequente, dauerhafte Beschränkung in den sozialen Kontakten, im Zweifel also: daheim bleiben. Mehr Testkapazitäten werden aus Sicht des Kreises dennoch benötigt, um hier tatsächliche Covid-19-Erkrankte zu erkennen und die Weiterverbreitung über das Kontaktumfeld zu unterbinden. Vor allem für Personal aus Pflege, Praxen oder Kliniken, das unmittelbar am Patienten arbeitet und nur milde Symptome im Bereich der Atemwege hat, ist eine schnelle Testung äußerst wichtig. Im Main-Kinzig-Kreis ist Letzteres derzeit uneingeschränkt sichergestellt.
Meldet der Main-Kinzig-Kreis die Fälle, bei denen Bürgerinnen und Bürger Covid-19 überstanden haben?
Der Main-Kinzig-Kreis gibt bekannt, wenn und wie viele Menschen aus der häuslichen Isolierung entlassen wurden. Das war schon beim ersten Fall aus Hanau so, der am 3. März gemeldet wurde. Zunächst erfolgt aber über das Gesundheitsamt in jedem Fall eine fachliche Einschätzung des gesundheitlichen Zustands. Sind die Erkältungssymptome noch nicht gänzlich auskuriert, wird die häusliche Isolierung verlängert. Insofern kann die gemeldete Zahl der Coronavirus-Fälle von 14 Tagen zuvor von der tagesaktuellen Zahl jener Fälle abweichen, die offiziell wieder in den normalen Alltag entlassen werden.

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Zehn Coronavirus-Fälle haben Erkrankung überstanden / Entlassung aus der häuslichen Isolierung durch das Gesundheitsamt (27.03.2020, 17:00 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. – Von den mittlerweile über 120 Coronavirus-Erkrankungen bei Menschen aus dem Main-Kinzig-Kreis können die nächsten zehn abgezogen werden: Das Gesundheitsamt hat für sie die häusliche Isolierung aufgehoben. Nach der Hanauerin, dem ersten laborbestätigten Fall von Anfang März, sind nun zehn weitere aus Rodenbach (6), Freigericht (2), Bad Soden-Salmünster und Nidderau wieder in den Alltag entlassen worden. ...
Allen am Coronavirus Erkrankten hatte der Main-Kinzig-Kreis vorsorglich häusliche Isolierung angeordnet, sofern sie nicht aufgrund ihres Gesundheitszustands in ein Krankenhaus eingewiesen werden mussten. Auch für die Kontaktpersonen galten die entsprechenden strengen Vorkehrungen. Für die tatsächlich Infizierten müssen die Erkältungssymptome über einen längeren Zeitraum komplett abgeklungen sein und das Gesundheitsamt muss eine fachliche Einschätzung abgegeben haben, bevor sie wieder all ihren normalen Tätigkeiten uneingeschränkt nachgehen können. Wer von den Kontaktpersonen keinerlei Erkältungssymptome entwickelt hatte, durfte nach Ablauf der 14 Tage nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt die Absonderung ebenfalls beenden. Dieses Verfahren basiert auf den bundesweit angewandten „Kriterien zur Entlassung aus der häuslichen Isolierung“, wie sie vom Robert-Koch-Institut und der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden für die Corona-Pandemie festgelegt wurden. Eine Ansteckungsgefahr geht von den weiteren zehn Genesenen nicht mehr aus.

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Ausdrücklicher Appell an Pflegeheime / Sozial- und Gesundheitsdezernentin fordert bei Personal wie auch bei Bewohnerinnen und Bewohnern höchste Sensibilität – Dank für „systemwichtige“ (27.03.2020, 17:00 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. – Die Altenheime und Pflegeeinrichtungen gelten in Corona-Zeiten als umso schützenswerter, als es sich bei den Bewohnerinnen und Bewohnern praktisch durchweg um Menschen aus Risikogruppen handelt. „Das hohe Alter, die vielzähligen Vorerkrankungen bei den Menschen, all das fordert vom Personal, den Angehörigen wie auch von den Menschen in den Einrichtungen selbst höchste Sensibilität und Vorsicht ab“, erklärt Sozial- und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler. „Was für grundsätzlich alle Menschen in diesem Land gilt, gilt rund um die Pflegeeinrichtungen in noch mal strengerem Maße: Wir müssen die sozialen Kontakte reduzieren, alle Hygienestandards auf höchstem Level halten und die Gefahr einer Infektion mit allen Möglichkeiten, die wir haben, verhindern.“ ...
Die Erste Kreisbeigeordnete hat in einem neuerlichen Schreiben an das Personal aller stationären und teilstätionären Einrichtungen am Donnerstag auf die veränderte Situation und erneut auf eine strikte Einhaltung bei den Besuchsbeschränkungen hingewiesen. Das sei notwendig, um die Menschen bestmöglich zu schützen, die ein ganz besonderes Risiko haben, „was unser aller oberstes Ziel derzeit ist“, so Simmler. „Meine Befürchtung ist, dass wir die besonders schweren Zeiten noch nicht hinter uns haben, sondern noch vor uns. Diese Zeit müssen wir bestmöglich nutzen, um uns vorzubereiten. Hierbei geht es um verlangsamen, verlangsamen, verlangsamen“, so Simmler zu den derzeitigen Vorbereitungen.
Jeder an seinem Platz und in Wahrnehmung seiner Verantwortung müsse jetzt vieles entscheiden, was vielleicht im Nachgang einmal von Bund oder Land kritisiert werde, führt Simmler weiter aus. Dabei sollen sich „aber bitte alle Verantwortlichen in den Pflegediensten, in den stationären Einrichtungen in den 29 Städten und Gemeinden immer von dem Schutz der Menschen leiten lassen“. Zudem habe Simmler als Gesundheitsdezernentin bereits vor einer Woche die Order ausgegeben, im Verwaltungsstab des Main-Kinzig-Kreises auch den Fall „Was wäre, wenn“ zu planen. Die Experten aus dem Gefahrenabwehrzentrum des Main-Kinzig-Kreises hätten sich daraufhin eine Strategie der Isolierung überlegt.
Diese Strategie beinhalte unter anderem auch, bei einem möglichen Eintrag des Coronavirus in eine stationäre Pflegeeinrichtung im Main-Kinzig-Kreis auf schnellstem Wege eine Isolierung der zu
Pflegenden in einer derzeit freien Reha-Klinik im Main-Kinzig-Kreis vorzunehmen. „Ich danke ausdrücklich den Reha-Kliniken unserer Region, dass wir hier auf offene Ohren gestoßen sind. Es ist unsere Verantwortung, auch diese Szenarien zu planen und damit vorbereitet zu sein für einen Fall, der hoffentlich nicht eintreten wird“, macht Simmler deutlich. Daher begrüße sie auch, dass einige Städte und Gemeinden in einen engen Austausch mit den Einrichtungen getreten seien. Dies führe im Ernstfall dazu, dank der Vernetzung wertvolle Zeit zu gewinnen.
Die Hinweise zum Schutz der Einrichtungen vor einem Coronavirus-Fall und einer möglichen Verbreitung gehen seit dieser Woche auch noch einmal gezielt an die Bewohnerinnen und Bewohner. „Wir sind hier natürlich auf die Mitarbeit der Seniorinnen und Senioren angewiesen, einerseits. Ich appelliere aber auch an die Angehörigen, mit Verständnis und Bekräftigung unserer Maßnahmen in unser aller Sinne auf die Bewohnerinnen und Bewohner einzuwirken, dass sie sich selber auch komplett an diese notwendigen Regeln halten“, ergänzte Simmler.
Susanne Simmler verband ihr Schreiben an die Alten- und Pflegeeinrichtungen mit einem ausdrücklichen Dank ans Personal. Es gebe derzeit „systemwichtige“ Bereiche in der Gesellschaft, „die jetzt unter Volllast fahren, Bereiche, die für das Fortbestehen unserer Gesellschaft, die für die Gesundheits- und Daseinsfürsorge unverzichtbar sind, Bereiche, die in der Zwischenmenschlichkeit und der Sorgekultur eben keine Distanz wahren können und wollen, die anpacken, um anderen Menschen zu helfen“. Dafür bedanke sie sich bei all jenen, die in diesen Bereichen arbeiteten und für das Wohl anderer einträten, nun auch unter verschärften Sicherheitsbedingungen: „Ich danke Ihnen dafür, dass Sie gerade auch jetzt Ihre Abläufe, Vorkehrungen und auch Ihr Engagement noch einmal ausbauen“, heißt es in dem Schreiben an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der stationären und ambulanten Pflege im gesamten Main-Kinzig Kreis.
„Es muss uns gelingen, die Versorgung aufrechtzuhalten. Deswegen werden wir uns ab der kommenden Woche auch – genau wie wir das bei den Ärztinnen und Ärzten tun – einen Überblick verschaffen über die Versorgungssituation mit Schutzmaterialien“, kündigte sie für den Main-Kinzig-Kreis an. Der Kreis fordere weiterhin von Land und Bund, für Versorgungssicherheit zu sorgen, aber die Region könne „auch auf die Hilfe des Main-Kinzig-Kreises bauen“: „Wir tun das, was notwendig und uns möglich ist. Das gilt für die ambulanten medizinischen Strukturen genau wie für die ambulanten und stationären Strukturen in der Pflege“, so Simmler abschließend.

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Kreis nimmt Material-Nachschub in die Hand und mobilisiert eigene Reserven / „Es war Zeit, schnell und unkonventionell zu helfen“: Arztpraxen bleiben durch Hilfe des Kreises geöffnet – Kurzzeitige Unklarheit für Eisdielen-Besitzer beseitigt – 21 neue Fälle (27.03.2020, 17:00 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. – Der Main-Kinzig-Kreis lässt seine niedergelassenen Ärzte nicht im Stich: Nachdem die dringenden Appelle des Kreises in Richtung des Bundesgesundheitsministers, in Richtung der Landesregierung und auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung folgenlos geblieben sind, hat die Kreisspitze nun einen eigenen Reservebestand an Schutzausrüstung für die heimischen Praxen mobilisiert und stellt ihn übers Wochenende jenen 180 niedergelassenen Ärzten zur Verfügung, die ansonsten in den kommenden Tagen ihren Betrieb eingestellt hätten. ...
„Es kann nicht sein, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr zu ihrem Arzt gehen können, nur weil der Mediziner keinen Materialnachschub für seine Arbeit erhält, nicht in diesen Zeiten, nicht im Main-Kinzig-Kreis. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, Reservebestände des Main-Kinzig-Kreises in Teilen an die Arztpraxen weiterzugeben, die einen größeren Bedarf gemeldet hatten“, begründen Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann die pragmatische Lösung: Über das Gefahrenabwehrzentrum des Main-Kinzig-Kreises wurden in den vergangenen Tagen verschiedene Lager und Quellen angezapft, um nun einen größeren Vorrat an Mundschutz, Handschuhe und Kittel für die weitere Funktionsfähigkeit des medizinischen Betriebs vorhalten zu können.
Durch den regelmäßigen Austausch mit den heimischen Arztpraxen wisse man, dass das Thema Schutzausrüstung schon seit Tagen immer drängender werde, erklärte Landrat Thorsten Stolz. „Einige Ärztinnen und Ärzte standen nun unmittelbar davor, ihre Praxen dichtzumachen bis sie neues Schutzmaterial für sich und ihre Angestellten bekommen hätten. Es war Zeit, schnell und unkonventionell zu helfen, um die Einsatzfähigkeit sicherzustellen“, so der Landrat. „Unsere Aktion dient jetzt auch nicht dazu, dass sich die eigentlich verantwortlichen Stellen zurücklehnen. Im Gegenteil, wir überbrücken jetzt mit unserer Lieferung für eine kurze Zeit dort, wo die Bedarfe am dringendsten sind. Kurzfristig muss das Bundesgesundheitsministerium endlich seinen Ankündigungen Taten folgen lassen, die niedergelassenen Ärzte mit ausreichend Nachschub zu versorgen.“
Die Verteilung vor Ort koordinieren die Städte und Gemeinden übers Wochenende. Der Main-Kinzig-Kreis hat am Freitagmittag damit begonnen, die Pakete für rund 180 niedergelassene Ärzte im gesamten Kreisgebiet auszuliefern, versehen mit den entsprechenden Adressen der Arztpraxen zur unverzüglichen Weitergabe über die Kommunen.
Eisdielen bleiben geschlossen: Am Donnerstagabend sorgte eine Mitteilung des Landes Hessen für Verunsicherung, wonach Eisdielen doch wieder hätten öffnen können. Hintergrund war eine aus Sicht von Landrat Thorsten Stolz „recht eigenwillige Interpretation von klassischem Eisdielen-Betrieb“: Analog zu Speisegaststätten sollte der Verkauf der kalten Süßspeise über die Theke als Verkauf von Essen zum Mitnehmen ausgelegt werden – und wäre damit erlaubt. „Das hätte bei diesem Wetter zu einem riesigen Andrang und zu den erwartbaren Warteschlangen geführt. Nicht, dass ich jemandem das leckere Eis nicht gönne. Aber wenn das Land Hessen das zum jetzigen Zeitpunkt erlaubt hätte, hätten wir uns alle unsere Empfehlungen zum Abstandhalten und zur Vermeidung sozialer Kontakte schenken können“, so Thorsten Stolz. Der Main-Kinzig-Kreis hatte bereits am Freitag klargestellt, dass der klassische Eisverkauf der Eisdielen, auch über die Theke, weiterhin untersagt bleibt. Kurz darauf revidierte auch das Land Hessen seine Einschätzung dazu.
Gesundheitsamt meldet 21 neue Coronavirus-Fälle: Das Gesundheitsamt hat am Freitag 21 neue Fälle von Covid-19 gemeldet. Die betroffenen Personen leben in Rodenbach (4), Linsengericht (3), Gelnhausen, Hanau, Hasselroth, Nidderau, Schlüchtern (je 2), Bad Soden-Salmünster, Großkrotzenburg, Jossgrund und Maintal. Damit stieg die Gesamtzahl der laborbestätigten Coronavirus-Erkrankungen auf 127. Derzeit müssen sieben Covid-19-Patientinnen und -Patienten aus dem Kreisgebiet stationär behandelt werden. Derweil hat das Gesundheitsamt nun insgesamt zehn dieser 127 Erkrankten wieder aus der häuslichen Isolierung entlassen.

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Kreisspitze und Bürgermeister appellieren eindringlich: Abstandsregeln auch im Supermarkt beachten und nur den eigenen Bedarf decken (24.03.2020 17:30 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. – Auch der Main-Kinzig-Kreis und seine Städte und Gemeinden schließen sich den dringenden Empfehlungen in Bezug auf das Einkaufsverhalten an. „Auch in den Geschäften gelten die strengen Auflagen zum Kontaktverbot sowie die Begrenzungen der übermäßigen Vorratshaltung“, erklären Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann im Anschluss an eine Telefonkonferenz mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. ...

„Hamsterkäufe sind keine Lösung, genauso wenig wie dichtgedrängte Schlangen vor Einkaufsmärkten oder an den Kassen“, so die gemeinsame Position. Viele Geschäfte im Einzelhandel haben in den vergangenen Tagen auch bereits reagiert. Sie haben Wartebereiche an den Kassen mit Abstandshinweisen gekennzeichnet, lassen nur noch eine geringe Anzahl an Kundinnen und Kunden zur gleichen Zeit in ihren Markt und schützen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beispielsweise hinter Plexiglasscheiben oder durch andere wirksamen Schutzmaßnahmen, wie Handschuhe.
Daher wendet sich die Kreisspitze insbesondere an uneinsichtige Zeitgenossen, ihr Verhalten ebenfalls anzupassen. „Ignoranz und Egoismus sind in der aktuellen Situation völlig fehl am Platz und werden nicht hingenommen“, machen Thorsten Stolz, Susanne Simmler und Winfried Ottmann deutlich. Der Einzelhandel habe hier in weiten Teilen auch ohne weitere Anordnung vorbildlich agiert und klare Orientierungshilfen für die Kundinnen und Kunden platziert. Im Austausch mit den Bürgermeisterinnen und Bürgern habe man sich darauf verständigt, keine neue Verordnung zu erlassen, sondern sinnvolle Empfehlungen zu formulieren
Als Leitlinie gilt die Abstandsregel von mindestens 1,5 Meter für den Innenraum von Märkten, genauso wie für Warteschlangen. Die Anzahl der Personen, die sich zeitgleich im Verkaufsraum aufhalten, sollte der Fläche in einem angemessenen Rahmen angepasst sein. Als Orientierung kann mit maximal einem Kunden je angefangenen 20 Quadratmeter gerechnet werden, für kleinere Geschäfte auch etwas weniger. Zudem sollten Waren generell nur noch in haushaltsüblichen Mengen ausgegeben werden.
Die Zahl der Corona-Infektionen ist am Dienstag um weitere fünf Personen gestiegen. Die Betroffenen kommen aus Sinntal, Schöneck, Maintal, Bad Soden-Salmünster und Bad Orb. Damit sind für den Main-Kinzig-Kreis jetzt 81 positive Fälle registriert. Das Gesundheitsamt rechnet aber damit, dass zum Ende dieser Woche die ersten Fälle ohne die Gefahr einer Ansteckung bereits wieder aus der häuslichen Absonderung entlassen werden können.

Main-Kinzig-Kreis organisiert Plattform für lokalen Online-Handel zwischen Maintal und Sinntal (24.03.2020 15:30 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. – Zur Unterstützung des lokalen Einzelhandels zwischen Maintal und Sinntal hat der Main-Kinzig-Kreis eine Plattform auf den Weg gebracht, um alle Anbieter zu erfassen, die für ihre Kundinnen und Kunden einen Lieferservice organisieren. Denn die angeordneten Schließungen der Geschäfte zum Schutz vor der Corona-Pandemie treffen den Einzelhandel besonders hart. Die vorsorglichen Maßnahmen werden vor Ort mit allen Konsequenzen umgesetzt, doch die großen Plattformen im Internet sind davon nicht berührt. Vereinzelte Geschäfte im Main-Kinzig-Kreis bieten nun aber ebenfalls die Möglichkeit der digitalen oder telefonischen Bestellung inklusive Lieferservice. ...
„Auch wir wollen in der jetzigen Situation den Handel nicht allein solchen Riesen wie Amazon überlassen und appellieren an die Bürgerschaft, gerade in der jetzigen Situation die Strukturen vor Ort zu unterstützen“, erläutert Landrat Thorsten Stolz die Motivation für die Schaffung des digitalen Marktplatzes für den Main-Kinzig-Kreis. Im Landratsamt wurde in Kooperation von Pressereferat und Wirtschaftsförderung die Idee geboren, diese Option des „lokalen Online-Handels“ aufzubauen. Die Antwort ist der „Marktplatz“ auf der Homepage des Main-Kinzig-Kreises, wo diese Dienstleistungen gesammelt und kompakt abgebildet werden. Kurzfristig wurde über das Netzwerk der Wirtschaftsförderung die Leistungsfähigkeit möglicher lokaler Anbieter abgefragt. „Die Resonanz war durchweg positiv, so dass wir am Montag mit der neuen Plattform an den Start gehen“, kündigt Wirtschaftsdezernent Winfried Ottmann an. Ab sofort haben Einzelhändler aus dem Main-Kinzig-Kreis die Möglichkeit, sich hier registrieren zu lassen und ihre Waren zu platzieren.
Die konkrete Idee: Im MKK gibt es zahlreiche kleine und mittelgroße Geschäfte, die zum Teil Inhaber geführt sind. Sie verfügen über Telefon, Mail und teilweise über eine Homepage. Das jeweilige Warenangebot ist den örtlichen Kundenkreis weitgehend bekannt. Wer sich an dem lokalen Bestell und Lieferdienst beteiligen möchte, der meldet sich über ein entsprechendes Formular an. Dazu muss die Erreichbarkeit (wann und wie) definiert werden. Das Kundengeschäft wird dann per Telefon oder Mail (auch Whats App) abgewickelt. Der Main-Kinzig-Kreis übernimmt die Werbung und unterstützt bei Bedarf die Koordination. „Das Prinzip ist einfach, flexibel und bürgernah“, betonen Landrat Thorsten Stolz und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann.
Ein wichtiger Partner in diesem Konzept ist Main-Kinzig-Post, ein leistungsfähiger regionaler Kurierdienst für Briefversand, Paketversand und Logistik. Das Unternehmen bietet den Hol- und Lieferservice für die Geschäfte und Unternehmen, die nicht über eigene Ressourcen verfügen. Diese Dienstleistung ist auch unter den aktuellen Einschränkungen einwandfrei möglich und kann ohne die Gefahr einer Virusübertragung funktionieren. Aber auch andere vergleichbare Dienstleister können sich hier beteiligen.
Die Umsetzung liegt in der Verantwortung des Pressereferates, dass mit „CoroNetz“ innerhalb kurzer Zeit eine Informationsplattform rund um die neuartige Lungenerkrankung aufgebaut hat. Hier wird auch die neue Versorgungsdatenbank als „Marktplatz“ zu finden sein. Dazu wurde am Wochenende eine entsprechende Eingabemaske programmiert, die von den Geschäften und Unternehmen selbst auszufüllen ist. Die Angaben werden direkt im Netz veröffentlich.
Abgefragt werden neben den Kontaktdaten vor allem die jeweilige Erreichbarkeit und einige Besonderheiten des jeweiligen Anbieters. „Das Konzept ist einfach aber wirkungsvoll angelegt und kann bei Bedarf auch modifiziert werden“, erläutern Thorsten Stolz und Winfried Ottmann. Die beteiligten Partner, die einen Lieferservice anbieten, werden auf der Homepage sortiert in die drei Rubriken Lebensmittel, Gastronomie und weiterer Einzelhandel sowie die 29 Städte und Gemeinden. Auf diese Weise ist eine Orientierung auf einfache Weise möglich.
„Das Risiko für alle Beteiligten ist klein, aber die Chance umso größer“, sind Landrat Thorsten Stolz und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann von der Idee überzeugt. Die Palette der angebotenen Waren kann so vielfältig sein, wie die Geschäftswelt im Main-Kinzig-Kreis: Von der Armbanduhr über Bücher, Fahrräder, Gesellschaftsspiele, Kinderschuhe, Fahrräder bis hin zu Schreibwaren, Sportartikeln und Zuckerdose. Am Ende liege es in der Hand der Bürgerinnen und Bürger, dieses Angebot intensiv zu nutzen. Zu finden ist die Plattform über die Homepage des Main-Kinzig-Kreises unter CoroNetz/Marktplatz.

Nach erfolgreicher Intervention von Landräten, Oberbürgermeistern, Kliniken und Krankenhausgesellschaft: Gesundheitsminister Spahn bessert Gesetzentwurf nach (24.03.2020 10:30 Uhr)

Landrat und Krankenhausdezernent Thorsten Stolz hat die kurzfristigen Nachbesserungen des Bundesgesundheitsministers an seinem Gesetzesentwurf zur Sicherung der Krankenhausfinanzierung begrüßt. „Es ist gut, dass Spahn aufgrund der starken Proteste vieler Landräte, Oberbürgermeister, Kliniken vor Ort, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Bürgerschaft nachgebessert hat. Hier hat sich unser gemeinsamer Einsatz gelohnt“, sagt Thorsten Stolz. Als am Samstag der Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn zur finanziellen Unterstützung der Krankenhäuser hinsichtlich der Bewältigung der Corona-Pandemie veröffentlicht wurde, ging ein Entsetzen durch die Krankenhauslandschaft. Während Spahn noch vor wenigen Tagen ein „What-ever-it-takes“-Versprechen gab, um die Kliniken in dieser außergewöhnlichen Situation von Bürokratie und übermäßigen finanziellen Herausforderungen zu entlasten, sah die Realität am Samstag ganz anders aus: Dieser Gesetzentwurf hätte den Krankenhäusern nicht im Ansatz geholfen; im Gegenteil, sie wären binnen kürzester Zeit zahlungsunfähig geworden. ...

Das Bundesgesundheitsministerium lenkte ein. Seit Montag liegt nun der neue Entwurf vor. „Ich bin froh, dass es hier zu einer schnellen Nachbesserung kam “, sagt Landrat Thorsten
Stolz, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Main-Kinzig-Kliniken ist: „Tatsächlich gibt es im neuen Gesetzentwurf Änderungen , die den Krankenhäusern helfen.“ So betrifft die
zentrale Nachbesserung die aufgestockte „Freihaltepauschale “. Hierbei geht es um eine dringend benötigte finanzielle Unterstützung für die Krankenhäuser, die seit über einer
Woche auf alle planbaren Eingriffe verzichten, um die Kapazitäten für noch kommende Corona-Patienten freizuhalten.
Dieter Bartsch, Geschäftsführer der Main-Kinzig-Kliniken, erläutert: „Diese überarbeitete Regelung ist für die Kliniken von großer Bedeutung, um die wirtschaftliche Stabilität in diesem kritischen Ausnahmezustand zu sichern. Den Krankenhäusern sind durch die Absage der planbaren Eingriffe Erlöse weggebrochen. So dient die Freihaltepauschale vor allem der Liquiditätssicherung der Kliniken. Und damit der Vergütung der Ärzte und Pflegekräfte zum Monatsende.“ Eine weitere wichtige Verbesserung ist die Pauschale zur Pflegekostenfinanzierung. Diese können nach dem neuen Gesetzentwurf Kliniken mit nachweisbar höheren Pflegepersonalkosten nun geltend machen. Dadurch muss nicht, wie zunächst vom Ministerium vorgesehen, kompliziert mit den Krankenkassen verhandelt und spitz abgerechnet werden. „Diese Regelung ist gut, muss aber unbedingt bereits ab 1. April umgesetzt werden und nicht erst ab Mai, wie aktuell im Gesetzt vorgesehen ist “, betont Bartsch.
 
Außerdem sei, so Landrat Stolz, der erhöhte Investitionszuschuss bei zusätzlichen Intensivbetten positiv zu bewerten: „Für ein zusätzlich eingerichtetes Intensivbett muss man etwa 80.000 Euro kalkulieren. Der Zuschuss wurde im zweiten Gesetzentwurf von 30.000 auf 50.000 erhöht. Darüber hinaus räumt man den Krankenhäusern die Möglichkeit ein, die übrigen Kosten bei den Ländern geltend machen zu können. Das ist gut und wichtig. “ Die Main-Kinzig-Kliniken werden von heute 15 auf 33 Beatmungs- bzw. Intensivplätze erweitern.  Nachbesserungsbedarf sieht Bartsch allerdings bei dem Thema Materialkosten: „Die Krankenhäuser müssen sich den deutlich gestiegenen Materialkosten beugen, um genügend Schutzausrüstung für die Mitarbeiter vorhalten zu können.“ Doch es sei Irrsinn, wie sich laut Geschäftsführer die Preise in den letzten Wochen entwickelt haben. „Sicherheitsmasken, die wir bei infektiösen Patienten dringend brauchen, um unsere Mitarbeiter zu schützen – sogenannte FFP2-Masken – kosten normalerweise 0,62 Euro pro Stück. Zuletzt haben wir bis zu 8,50 Euro pro Stück bezahlt. “ Dass der aktualisierte Gesetzentwurf nun einen Zuschlag von 50 Euro pro Patient für Schutzkleidung etc.  vorsieht, sei zwar nett, aber doch eher ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Schließlich brauchen wir pro Patientenkontakt eine Maske. Da ist man am Tag schnell bei zwölf und mehr Masken“, zählt Bartsch. Und Landrat Thorsten Stolz ergänzt: „Die Beschaffung und Finanzierung von Schutzkleidung ist auf allen Ebenen ein Thema, das auch durch Bundes- und Landesunterstützung gelöst werden muss. Hier ist dringend Unterstützung, nicht nur für die Krankenhäuser, sondern beispielsweise auch für Arztpraxen, die Pflege und den öffentlichen Gesundheitsdienst notwendig.“
 
Eine weitere Neuerung ist die Gründung eines Fachbeirats, der zunächst bis zum 30. Juni prüfen soll, ob Regelungen verändert werden müssen, um die Stabilität der Krankenhäuser
zu sichern. Bartsch: „Die Erfahrungen vom Wochenende zeigen, wie wichtig es ist, dass Praktiker bei einem Gesetzentwurf vor Ort angehört werden und damit essentielle
Maßnahmen in die politische Willensbildung mit einfließen können.“ Der Beirat erfülle genau diesen Zweck. Auch Stolz begrüßt den Einsatz des Beirats: „In dieser dynamischen
Situation ist es äußerst wichtig, dass es eine solche Instanz gibt, die die Maßnahmen kontinuierlich überprüft und gegebenenfalls eine Anpassung an die sich entwickelnden
Umstände empfiehlt.“ Doch Bartsch warnt ausdrücklich, es helfe alles nichts, wenn der Beirat dann nicht gehört würde. In diesem Punkt sind sich Landrat und Geschäftsführer
einig: „Die Krankenhaus-Mitarbeiter geben alles. Dabei müssen sie von der Bundes- und Landespolitik uneingeschränkt unterstützt werden.“

Wirtschaftsförderung organisiert Information und Beratung rund um die Coronakrise (22.03.2020 20:00 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. – Mit der Änderung der Vierten Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus durch die Hessische Landesregierung sind nun weitere Unternehmen von Schließungen betroffen. Für viele Geschäftsleute geht es in der Folge um wichtige existentielle Fragen, entsprechend werden auf allen Ebenen entsprechende Unterstützungen auf den Weg gebracht. ...

„Es ist derzeit für alle Beteiligten kaum möglich hier den Überblick zu behalten oder auch schon in jedem Fall die passenden Lösungen zu finden“, sagt Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann. Doch die Wirtschaftsförderung des Main-Kinzig-Kreis arbeite in enger Abstimmung mit IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern und Kreishandwerkerschaft für eine umfassende Kommunikation und lokale Angebote.
Wichtig sei dabei die Information, dass die gültige Anordnung durch die Landesregierung nicht das Infektionsschutzgesetz zu Tragen kommt. Somit sei das Gesundheitsamt – bis auf wenige Ausnahmen – für dieses Thema nicht zuständig. Auskünfte erteilt das Referat für Wirtschaft, Arbeit und digitale Infrastruktur: Außerdem werden die Informationen derzeit für die Plattform CoroNetz auf der Homepage des Main-Kinzig-Kreises aufbereitet. Die IHK bietet im Netz ebenfalls aktuelle Informationen zu zahlreichen Problemfeldern.
Die Angaben werden hier jeweils aktualisiert und ergänzt, was angesichts der ständig veränderten Lage eine große Herausforderung darstellt. Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann bitte um Verständnis, dass angesichts der zahlreichen Anfragen in kurzer Zeit nicht alle Betroffenen sofort bedient werden können. Auch für diesen Kommunikationskanal werde derzeit an einer praktikablen Lösung gearbeitet.
Zu bedenken sei ebenfalls, dass ein großer Teil der angekündigten Hilfsprogramme noch nicht die „Endreife“ erreicht haben. „Wir warten in vielen Fällen noch auf die konkreten Rahmenbedingungen und Ausführungsbestimmungen“, schildert der Wirtschaftsdezernent die Situation. Sowie hier verwertbare Unterlagen vorliegen, werde diese unverzüglich kommuniziert und verbreitet.
Anfragen darüber hinaus sind zu richten an das Referat für Wirtschaft, Arbeit und digitale Infrastruktur, Telefon 06051 85-13700 oder Mail wirtschaft@mkk.de.
Kein regulärer Publikumsverkehr im Veterinäramt mehr: Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz ist ab Donnerstag, 26. März, für den normalen Besuchsverkehr geschlossen. Vorsprachen sind ab diesem Tag nur nach telefonischer Voranmeldung möglich. Die Abgabe von Trichinenproben ist ohne vorherige Anmeldung montags, mittwochs und freitags jeweils von 8 bis 11 Uhr möglich.
Drei neue Coronavirus-Fälle am Montag: Das Gesundheitsamt meldet mit zwei laborbestätigten Fällen aus Wächtersbach und einem Fall aus Sinntal insgesamt drei neue Fälle am Montag. Alle drei befinden sich in häuslicher Isolierung.

Beratung und Unterstützung für Solo-Selbständige und den Mittelstand (22.03.2020 20:00 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. – „Das Referat Wirtschaftsförderung des Main-Kinzig-Kreises möchte im Zusammenwirken mit dem RKW Hessen und das angeschlossene Beraternetzwerk mittelständische Unternehmen und Selbständige in der aktuellen Situation unterstützen“, informiert Kreisbeigeordneter und Wirtschaftsdezernent Winfried Ottmann. ...
In zahlreichen Gesprächen während der vergangenen Tage und durch die rasante Entwicklung der wirtschaftlichen Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Epidemie zeichnet sich in aller Deutlichkeit ab, wie sehr viele Unternehmen jetzt und sehr kurzfristig Unterstützung brauchen.
Das Referat Wirtschaftsförderung des Main-Kinzig-Kreises hat sich in den vergangenen Tagen darum bemüht, für alle betroffenen Solo- und Kleinunternehmen, aber auch für kleinere mittelständische Betriebe bis 250 Beschäftigte professionelle Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen zu finden, die eine Perspektivberatung anbieten können. „Besonders wichtig ist uns hier in Anbetracht der Lage, dass die Bearbeitung zeitnah erfolgt“, erklärt Winfried Ottmann.
Das gesamte Verfahren läuft online, dadurch schnell und unkompliziert. Die anfragenden Unternehmen erhalten sehr zeitnah ein Angebot über eine Perspektivenberatung mit einem Berater / einer Beraterin aus dem RKW Hessen-Netzwerk. Nach dem Zurückmailen des unterschriebenen Angebots muss der Kunde den Kostenbeitrag überweisen. Das RKW Hessen beauftragt unmittelbar nach Eingang des unterschriebenen Angebots und der Vorkasse einen Berater aus seinem Netzwerk mit der Durchführung der Beratung. Dabei wird auch das Regionalitätsprinzip soweit möglich beachtet, auch für den Fall, dass zu einem späteren Zeitpunkt weitere Unterstützung notwendig wird. Anschließend erhält der Kunde kurzfristig einen Anruf des betreuenden Beratungspartners. Aufgrund der Corona-Problematik werden die Gespräche ausschließlich telefonisch oder per Videokonferenz (soweit technisch möglich) durchgeführt werden. Der Austausch von Unterlagen erfolgt per Mail. Es wird zunächst die aktuelle Situation im Betrieb besprochen (insbesondere Liquidität, Auslastung, spezifische Belastungen, Betroffenheit Pandemie-Anordnungen usw.). Es werden mögliche Hilfen (Kurzarbeitergeld, Förderkredite, Bürgschaften, Zuschüsse, aber auch kurzfristige Ein-sparmöglichkeiten) passgenau beleuchtet und entsprechende Empfehlungen gegeben. Alle Empfehlungen, die das Unternehmen erhält, werden auch in einem Kurzbericht festgehalten, der per
E-Mail mit allen notwendigen Hinweisen und Links zu den empfohlenen Maßnahmen oder Anträgen direkt an das Unternehmen geht.
„Wir haben uns für eine Zusammenarbeit mit dem RKW entschieden, weil das RKW sehr eng mit dem Hessischen Wirtschaftsministerium und vielen Fördermittelgebern zusammenarbeitet und deshalb für unsere heimischen Unternehmerinnen und Unternehmer der richtige professionelle Ansprechpartner sein kann. Gleichzeitig bemühen wir uns auch darum, dass die Beratungskosten bezuschusst werden“, so Ottmann.
Die Kosten für die entsprechenden Beratungen sind gestaffelt nach Unternehmensgröße und Anzahl der Beschäftigten. Nach Inanspruchnahme der Soforthilfe kann auch zur langfristigen Absicherung weitere Beraterunterstützung, teilweise mit öffentlicher Förderung, erfolgen.
Interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer können beim RKW Hessen formlos per E-Mail: perspektive@rkw-hessen.de oder auf der Internetseite www.rkw-hessen.de Unterstützung erfragen ebenso steht das Referat für Wirtschaft, Arbeit und digitale Infrastruktur auf der Homepage des Main-Kinzig-Kreises www.mkk.de für weitere Informationen zur Verfügung.

Krankenhäuser der Region gut vorbereitet und medizinische Notfallversorgung sichergestellt (22.03.2020 17:52 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. – Am Sonntag hat das Gesundheitsamt für den Main-Kinzig-Kreis weitere sechs Infektionen mit dem Coronavirus aufgenommen. Damit liegt die Gesamtzahl im Main-Kinzig-Kreis jetzt bei 73 positiven Fällen. Auch bei den neuen Patienten konnten die Wege der Ansteckung gut nachvollzogen werden. Damit bewährt sich weiterhin die vom Robert-Koch-Institut favorisierte Strategie, die Infektketten zu verfolgen und zu unterbrechen. ...
Die jetzt registrierten Fälle kommen aus Bruchköbel, Gelnhausen, Maintal, Rodenbach, Schlüchtern und Sinntal. Weitere Angaben zu den Personen veröffentlicht das Gesundheitsamt nicht. Die betroffenen Personen sollen vor der zum Teil „sehr aufgeheizten Stimmung“ geschützt werden, erklären Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann.
In dem Zusammenhang verweist die Kreisspitze darauf, dass von Seiten des Gesundheitsamtes alles getan wird, um bei bekannten Infektionen die Auflagen zuverlässig durchzusetzen. „Das hat im Main-Kinzig-Kreis auch bisher einwandfrei funktioniert“, bestätigen Thorsten Stolz, Susanne Simmler und Winfried Ottmann und danken damit den Betroffenen. Es bestehe also kein Grund, dass Bürgerinnen und Bürger hier in großer Sorge sein müssen oder gar eigene Recherchen anstellen.
Ebenfalls kein Grund zur Sorge besteht bei der medizinischen Notfallversorgung, auch abseits der Coronakrise. „An den Klinikstandorten in Gelnhausen und Hanau gibt es ausreichend Kapazitäten, so dass kein Notfallpatient abgewiesen werden muss“, widerspricht die Kreisspitze einem verbreiteten Gerücht und verweist auf zuverlässige Informationsangebote wie das vom Main-Kinzig-Kreis aufgebaute CoroNetz. Die Krankenhäuser haben in den vergangenen Tagen entsprechende Vorkehrungen getroffen, um auch unter den schwierigen Bedingungen arbeitsfähig zu sein.
In den Krankenhäusern wurden nicht erforderliche Eingriffe verschoben oder reduziert und die ambulante Versorgung intensiviert. „Das Management und die Absprachen funktionieren sehr gut, so dass alle Patenten sicher versorgt werden“, berichtet die Kreisspitze aus der täglichen Sitzung des Verwaltungsstabes. Das Gefahrabwehrzentrum ist hier stets im Bilde über die aktuelle Situation und koordiniert die jeweiligen Einsätze.

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Weitere Geschäfte müssen ab sofort im Main-Kinzig-Kreis geschlossen bleiben (22.03.2020 12:00 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. – Eine ganze Reihe weiterer Betriebe müssen im Main-Kinzig-Kreis ab dem heutigen Sonntag, 22. März, geschlossen bleiben. Das betrifft Dienstleistungen, die nah am Menschen verrichtet werden, außer aus dem medizinisch-pflegerischen Bereich. Betroffen sind explizit Frisörläden, Piercingstudios, Nagelstudios, Tattoostudios und kosmetische Fußpflegepraxen. ...
„Wir haben hier für den Main-Kinzig-Kreis einen zusätzlichen Regelungsbedarf gesehen, da dies Dienstleistungen sind, die nichts mit einer Grundversorgung zu tun haben und auch keine medizinische oder pflegerische Notwendigkeit darstellen“, begründet Landrat Thorsten Stolz die Entscheidung des Landkreises eine entsprechende Allgemeinverfügung zu erlassen. Die Anordnung gilt nicht für Physiotherapiepraxen, medizinische Fußpflegepraxen und gleichartige medizinische Dienstleister.
Der Kreis hat die Entscheidung bewusst am Wochenende getroffen und, um die Betreiber so früh wie möglich zu informieren, die überwiegend erst ab Montag bzw. Dienstag wieder geöffnet hätten. „Die Auflagen des Landes Hessen sind mittlerweile sehr strikt. Weshalb prinzipiell aufschiebbare Termine wie bei einem Frisör oder Tätowierer davon ausgenommen sein sollen, ist unter infektiologischen Gesichtspunkten überhaupt nicht einzusehen, gerade nicht in diesen Zeiten. Wir haben abgewogen zwischen Gesundheitsschutz und enger Auslegung von zwingend notwendigen Dienstleistungen einerseits und den nachvollziehbaren Interessen der kleinen Unternehmen andererseits. Am Ende haben wir nun diese dringend notwendige Klarstellung treffen müssen“, erklärten Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann.
Die Anordnungen sind zunächst wirksam bis zum 19. April 2020. Eine Verlängerung der Frist ist möglich und wird rechtzeitig angekündigt.

Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich ab sofort häuslich isolieren (21.03.2020 15:36 Uhr)

Main-Kinzig-Kreis. – Ab sofort müssen alle Reiserückkehrer aus einem der Corona-Risikogebiete zu Hause bleiben. Darauf weist der Main-Kinzig-Kreis am Samstag hin. Das Land Hessen hatte die Verordnung am Freitag für jene verschärft, die sich in den vergangenen 14 Tagen oder danach in einem Risikogebiet für Infektionen mit dem Coronavirus aufgehalten haben. Für sie wird nun allgemein und unverzüglich die häusliche Isolierung angeordnet. ...
„Es gibt nach dieser Klarstellung des Landes Hessen eine einfache Handhabe: Wer noch vor wenigen Tagen in einem Risikogebiet gewesen ist, bleibt nun für 14 Tage daheim in häuslicher Isolierung und vermeidet direkte soziale Kontakte“, erklärt Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler. Das gelte für den privaten wie auch den beruflichen Bereich. Der Arbeitgeber ist durch jeden Betroffenen eigenständig zu informieren, dass eine Präsenz am Dienstort ab sofort nicht mehr möglich ist. Wer innerhalb der Zeit seiner häuslichen Isolierung stärkere Erkältungssymptome entwickelt, ist verpflichtet, das Gesundheitsamt darüber zu informieren. Dazu ist im CoroNetz des Main-Kinzig-Kreises ein entsprechendes Kontaktformular vorbereitet. Es ist zu finden auf www.mkk.de. Die Risikogebiete definiert das Robert-Koch-Institut und aktualisiert die Liste ständig, sie steht online auf der Seite des Instituts: www.rki.de.
Ärzte bieten ihre Hilfe an: Unmittelbar nach einem Aufruf des Main-Kinzig-Kreises haben mehr als zehn Ärztinnen und Ärzte aus dem Kreisgebiet ihre Unterstützung angeboten, die derzeit nicht, nicht mehr oder nur in Teilzeit praktizieren. Die Kreisspitze hatte in dieser Woche in schneller und unbürokratischer Zusammenarbeit mit der Landesärztekammer gezielt Mediziner angeschrieben, um sie unterstützend für die Patientenversorgung zu gewinnen. Landrat Thorsten Stolz bedankte sich am Wochenende herzlich bei allen, die sich bisher zurückgemeldet haben und noch melden können. „Jedes Hilfsangebot, auch von Medizinern, die wir jetzt noch nicht angeschrieben haben, wird gerne registriert und bei Bedarf eingesetzt“, erklärte Thorsten Stolz.
Service an den Zulassungsstellen eingeschränkt: Der Main-Kinzig-Kreis erinnert daran, dass ab Montag, 23. März, der Service an den Zulassungsstellen im Kreisgebiet eingeschränkt ist. Das betrifft den Kundenkontakt, der in Linsengericht und Hanau nur nach vorheriger Terminabsprache möglich ist, zum anderen den Umfang der Serviceleistungen. Der Kreis bittet all jene, die den Besuch einer der beiden Zulassungsstellen planen, sich vorab über das Procedere und die bereitgestellten Leistungen zu informieren. Die Übersicht ist online zu finden auf www.mkk.de.
Sechs neue Coronavirus-Fälle im Main-Kinzig-Kreis: Das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises meldete am Samstag sechs neue Fälle von Coronavirus-Infektionen, darunter drei Personen aus Rodenbach sowie jeweils eine aus Bruchköbel, Ronneburg und Sinntal. Allen sechs Personen ordnete das Gesundheitsamt häusliche Isolierung an.

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Kreis bittet Städte und Gemeinden, Auflagen vor Ort „sehr eng auszulegen“ (20.03.2020 17:32 Uhr)

Corona: Verordnung des Landes Hessen zu Veranstaltungen und Öffnungszeiten wird durch Kommunen und Polizei kontrolliert – Neun neue Fälle im Kreis.

Main-Kinzig-Kreis. – Nicht nur Zusammenkünfte in der Öffentlichkeit sind seit einigen Tagen erheblich eingeschränkt, auch viele Geschäfte müssen wegen der Verbreitung des Coronavirus geschlossen bleiben oder sich bei den Öffnungszeiten stark anpassen. Das Land Hessen hat diese Auflagen bereits verschärft. Der Main-Kinzig-Kreis wirkt seit Tagen auf eine Klarstellung durch die Landesregierung hin, weil noch immer eine Reihe von Betrieben nicht genau weiß, ob die Verordnungen auch für sie gelten und wer das letztlich zu überwachen hat. Nun hat der Kreis den Städten und Gemeinden mitgeteilt, die Kontrolle mit ihren jeweiligen Ordnungsbehörden zu übernehmen und die Verordnung „sehr eng auszulegen“. ...

Man müsse gemeinsam alles daran setzen, dass nur noch Geschäfte aus den Bereichen geöffnet bleiben, „die in der Verordnung explizit genannt werden“. Das müsse insbesondere schon an diesem Wochenende kontrolliert werden, und dafür brauche es eben kurzfristig Klarheit. Zu Grenzfällen könne es immer kommen, je nach Sortiment und Ausrichtung. In dem Fall sollten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen vor Ort die Einzelfallentscheidungen treffen, jedoch „immer aus dem Geiste heraus, was ist für eine Grundversorgung der Bevölkerung notwendig“. „Ich habe darüber hinaus mit dem Leiter der Polizeidirektion Main-Kinzig vereinbart, dass alle sieben Polizeidienststellen im Main-Kinzig-Kreis bei der Einhaltung der Verordnung unterstützen werden“, ergänzte Landrat Thorsten Stolz.
Termine an Zulassungsstellen vorab vereinbaren: Aufgrund der aktuellen Situation führen die beiden Zulassungsstellen in Linsengericht und Hanau ab Montag, 23. März, bis auf weiteres die Vergabe von Terminen zur Durchführung von Zulassungsvorgängen ein. Termine werden nur an Bürgerinnen und Bürger mit Wohnsitz im Main-Kinzig-Kreis vergeben. Terminanfragen können direkt an die Zulassungsstelle gerichtet werden, die notwendigen Informationen und erforderlichen Kontaktdaten stehen auf der Internetseite des Main-Kinzig-Kreises. Die Zulassungsstelle in Schlüchtern ist bis auf weiteres komplett geschlossen.
CoroNetz wächst weiter: Die kreiseigene digitale Informations- und Kontaktplattform CoroNetz wächst weiter. Unter anderem sind die Bereiche der Hilfestellungen in sozialen Notlagen und Wirtschaft ausgebaut worden. Zudem befindet sich auch ein Erklärvideo für Kinder auf der Seite, das die Stadt Wien dem Main-Kinzig-Kreis auf Anfrage kurzfristig zur Verfügung gestellt hat.
Neun neue Fälle von Coronavirus-Infektionen: Das Gesundheitsamt meldete am Freitag neun neue Fälle von Coronavirus-Erkrankungen im Kreisgebiet. Für alle neun Personen aus Bad Soden-Salmünster, Biebergemünd, Gelnhausen, Jossgrund, Linsengericht, Nidderau, Sinntal, Steinau und Wächtersbach ordnete das Gesundheitsamt eine häusliche Isolierung an. Damit liegt die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen im Main-Kinzig-Kreis bei 64. Zwei Menschen aus dem Kreisgebiet werden derzeit stationär behandelt, eine dritte Person aus dem Altkreis Hanau wurde am Freitag aus dem Krankenhaus bereits wieder entlassen.

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Corona: Zwölf neue Fälle im Main-Kinzig-Kreis (19.03.2020 17:50 Uhr Main-Kinzig Kreis)

Drei Patienten in stationärer Behandlung
Main-Kinzig-Kreis. – Das Informationsangebot „CoroNetz“ ist gleich ab dem Start am Mittwoch in großer Zahl angeklickt und genutzt worden. Diese Art „digitales Bürgertelefon“ erleichtert allen Bürgerinnen und Bürgern, ihre Fragen und Anliegen an die Kreisverwaltung zielgerichtet digital zu hinterlegen, statt den telefonischen Weg zu nehmen. Als weitere Informationsquelle werden auch alle Städte und Gemeinden ein Bürgertelefon für ihre kommunalen Themen einrichten. Die Erreichbarkeiten wird der Main-Kinzig-Kreis zusätzlich zentral veröffentlichen. ...

„Das vom Kreis selbst entwickelte CoroNetz hat das Team an unserem Bürgertelefon entlasten können. Mit einem zusätzlichen Personaleinsatz für die Abarbeitung im Hintergrund ist der Austausch zwischen Kreisverwaltung und Bürgerschaft nun erheblich dynamisiert worden“, berichten Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann. Schon in den ersten Stunden klickten mehrere tausend Menschen das Informationsangebot an, das über die Internetseite des Kreises, www.mkk.de, zu finden ist. Zudem kamen auf diesem digitalen Weg die relevante Fälle auch direkt beim Gesundheitsamt an.
Derweil steigt die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle im Main-Kinzig-Kreis weiter an auf nun 55 seit vergangener Woche. An diesem Donnerstag (19.3.) meldete das Gesundheitsamt zwölf neue Infizierte, zwei aus Hanau und Gelnhausen und jeweils einen Fall aus Bad Soden-Salmünster, Hasselroth, Linsengericht, Maintal, Nidderau, Rodenbach, Ronneburg und Schlüchtern. Die betroffene Person aus Ronneburg, eine Frau Jahrgang 1979, muss dabei stationär aufgenommen werden. Sie ist damit im Kreis der dritte Coronovirus-Fall, der in einem Krankenhaus behandelt wird.

Presse-Kontakt via Mail: presse@mkk.de

Kreisspitze fordert Solidarität und verantwortungsvolles Handeln (19.03.2020 15:15 Main-Kinzig-Kreis)

Corona-Testzentren nicht unnötig überlasten
Unangemeldete und unnötige Besuche binden wichtige medizinische Ressourcen

 
Main-Kinzig-Kreis. – Der Main-Kinzig-Kreis verzeichnet vermehrt Nachfragen und besorgte Anrufe bezüglich der Teststelle der Kassenärztlichen Vereinigung. „Die Analysen auf den Coronavirus erfolgen jeweils nach einer medizinischen Vorprüfung, um die Ressourcen sinnvoll einzusetzen und belastbare Ergebnisse zu erhalten“, erläutert Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Ein „voreiliger Test“ sei wenig aussagekräftig, zumal er immer nur eine Momentaufnahme darstellt. ...

Sie appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, sich in der derzeitigen Situation an den Fachleuten zu orientieren, die eine Notwendigkeit für einen Abstrich und den geeigneten Zeitpunkt präzise einschätzen können. „Unser Gesundheitsamt und auch die niedergelassenen Ärzte übernehmen diese Aufgabe sehr gewissenhaft“, stellt die Kreisspitze des Main-Kinzig Kreises fest. Natürlich steht auch der Main-Kinzig Kreis, genau wie die Stadt Hanau zur Verfügung, um die Testungen der Kassenärztlichen Vereinigung eventuell noch auszuweiten.
Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann weisen gemeinsam darauf hin, dass es keine unangemeldeten Analysen auf Corona an den Testzentren gibt. „In dieser Situation wollen wir die Bürgerinnen und Bürger auffordern, bedacht mit sich und den Mitmenschen um zu gehen“, erklären Landrat Stolz, Susanne Simmler und Winfried Ottmann weiter. Das Gesundheitsamt ergänzt den dringenden Hinweis, dass kein Bürger und keine Bürgerin sich mit leichten oder gar leichtesten Symptomen „einfach mal vor ein Testzentrum stellen“, um sich testen zu lassen.
„Die Personen binden damit nicht nur wichtige Kapazitäten, sondern setzen sich darüber hinaus einer größeren Infektionsgefahr aus, stehen im Zweifel in der Nähe von Grippekranken oder Covid-19-Erkrankten und stecken sich an“, warnt Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler. Nach wie vor sei eine Abklärung über die Kassenärztliche Vereinigung unter der Rufnummer 116117, über das neue Informationsportal „CoroNetz“ oder über das Bürgertelefon des Kreises unter 06051-8510000 Grundvoraussetzung. Für die Testung wird dann ein Termin vereinbart.

Kreis bietet mit „CoroNetz“ digitale Schnittstelle mit Formularen und Fakten vom 18.03.

Herkömmliche Informationswege sind überlastet -  Zusätzliches Serviceangebot geht jetzt an den Start
Main-Kinzig-Kreis. – Der Main-Kinzig-Kreis wird ab sofort sein Informationsangebot zum Coronavirus und den Folgen erheblich ausweiten und bringt das digitale Service- und Informationsangebot „CoroNetz“ an den Start. Im Mittelpunkt stehen alle Themen rund um Gesundheit und Hygiene sowie andere betroffene Lebensbereiche. Die digitale Plattform wird sukzessive mit weiteren relevanten Themen ergänzt und ständig aktualisiert. Sie ist über die Homepage www.mkk.de direkt zu erreichen oder über die dortige Rubrik „Aktuelles“. „Das eigens eingerichtete Bürgertelefon sowie andere Anlaufstellen können die zahlreichen Anfragen nicht annähernd beantworten. Genau vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, ein zusätzliches Angebot zu schaffen“, erläutert Landrat Thorsten Stolz. Bis zu 10.000 Anrufe mit häufig wiederkehrenden Fragen sind hier täglich aufgelaufen, aber nur ein Bruchteil konnte von den über zehn Beschäftigten angenommen werden. Auch eine medizinische Priorisierung ist auf diesem Weg kaum noch möglich. ...

Aus den Erfahrungen am Bürgertelefon, den relevanten Fragen des Gesundheitsamtes und der Auswertung der sozialen Medien wurde nun auf der Homepage des Main-Kinzig-Kreises unter dem Begriff „CoroNetz“ eine entsprechende Schnittstelle mit Formularen und Fakten geschaffen. „Wir wollen damit die Erreichbarkeit verbessern und sicherstellen, dass uns möglichst keine wichtigen Hinweise verlorengehen“, beschreibt der Landrat die Idee. Entwickelt und gepflegt wird die Plattform von einem Team der Kreispressestelle. Viele Informationen kommen aus dem Gesundheitsamt, dem Wirtschaftsreferat sowie anderen offiziellen Quellen. Die Kreisspitze will damit auch ein Gegengewicht schaffen zu den vielen Halbwahrheiten, Gerüchten und Falschmeldungen, die im Netz kursieren. „Neben den direkten Hinweisen der kommunalen Ebene wollen wird die verstreuten Informationen bündeln und für die Bürgerinnen und Bürger sinnvoll aufbereiten“, erklären Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann.

Vor allem sollen hier die Personen mit Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus digital erfasst werden. Dafür gibt es ein klar strukturiertes Abfrageprofil, wie es auch parallel am Bürgertelefon praktiziert wird. Die Formulare gehen dann direkt in die entsprechend priorisierten digitalen Postfächer. Auf diese Weise erhalten auch Ärzte, medizinisches Personal oder andere besondere Berufsgruppen einen schnelleren Zugang zum Gesundheitsamt. „Zur Zeit sind auch die wichtigen Telefonleitungen häufig besetzt, was zu erheblichen Problemen führt“, berichtet Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler.
Über diesen neuen digitalen Weg werden zudem die weniger relevanten Vorgänge herausgefiltert und erhebliche Zeit gespart. Für die weitere Bearbeitung wurde zusätzliches Personal aus anderen Bereichen umgesetzt und eingewiesen, um den hohen Rücklauf bewältigen zu können. Wie Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann erläutert, finden sich hier in Kürze auch aktuelle Hinweise zu den Bereichen Wirtschaft, Handel, Jugend, Bildung und Schule. „Die zahlreichen Rückmeldungen der vergangenen Tage haben gezeigt, dass die herkömmliche Informationsübermittlung nicht ausreicht“, schildern Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann die Eindrücke. Die rasante Entwicklung und die tiefgreifenden Einschnitte werfen zahlreiche Fragen auf, die zentral abgebildet und strukturiert werden sollen. Darüber hinaus wird zu den allgemeinen Fragen zum Coronavirus auf die einschlägigen Plattformen verlinkt.
Mit der digitalen Lösung unter dem Motto „identifizieren, isolieren, informieren“ sieht sich der Main-Kinzig-Kreis auch auf die künftigen Entwicklungen gut vorbereitet. „Wir können das Angebot sehr schnell anpassen und auf den jeweiligen Bedarf ausrichten. Das wird auch notwendig, da wir eine unglaublich dynamische Entwicklung haben“, so Landrat Thorsten Stolz. Denn nach allgemeiner Einschätzung werde das Coronavirus noch für einige Zeit die Schlagzeilen und vor allem den Alltag der Bürgerinnen und Bürger bestimmen.

Vierte Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus vom 17. März 2020

Aufgrund des § 32 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), zuletzt geändert durch Gesetz vom 10. Februar 2020 (BGBl. I S. 148), und des § 8 Abs. 1 Nr. 1 des Hessischen Ladenöffnungsgesetzes vom 23. November 2006 (GVBl. I S. 606), zuletzt ge- ändert durch Gesetz vom 13. Dezember 2019 (GVBl. S. 434), verordnet die Landesregierung: ...
§ 1
 
(1)  Die nachfolgenden Einrichtungen, Betriebe, Begegnungsstätten und Angebote sind zu schließen oder einzustellen:
 
1. Tanzveranstaltungen, Messen, Ausstellungen, Spezial- und Jahrmärkte, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen, die als Gewerbebetriebe im Sinne der Gewerbeordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. Februar 1999 (BGBl. I
S. 202), zuletzt geändert durch Gesetz vom 22. November 2019 (BGBl. I S. 1746), gelten,
 
2. Vergnügungsstätten im Sinne der Baunutzungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. November 2017 (BGBl. I S. 3786), insbesondere Bars, Clubs Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen,
 
3. Freizeit- und Tierparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen),
 
4. Kultureinrichtungen jeglicher Art unabhängig von der jeweiligen Trägerschaft oder von Eigentumsverhältnissen, insbesondere Museen, Theater, Freilichttheater, Opern, Schauspiel- und Konzerthäuser, Schlösser sowie Bibliotheken und ähnliche Einrichtungen,
 
5. Kinos,
 
6. der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, öffentliche und pri- vate Schwimm- und Spaßbäder, Thermalbäder, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen,
 
7. Spielplätze,

8.  Prostitutionsstätten im Sinne des Prostituiertenschutzgesetzes vom 21. Oktober 2016 (BGBl. I S. 2372), geändert durch Gesetz vom 20. November 2019 (BGBl. I S. 1626), Bordelle, Prostitutionsveranstaltungen im Sinne des Prostituiertenschutzgesetzes und ähnliche Einrichtungen,
 
9.  alle weiteren, nicht an anderer Stelle der Verordnung genannten Verkaufsstellen des Einzelhandels, insbesondere Fabrikläden und Hersteller-Direktverkaufszentren.
 
Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich sowie Reisebusreisen sind untersagt. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sind ebenfalls untersagt. Allen Glaubensgemeinschaften bleibt es unbenommen, alternative Formen der Glaubensbetätigung auszuüben, die nicht mit
Zusammenkünften von Personen verbunden sind, zum Beispiel Angebote im Internet. Die in Satz 3 genannten Gebäude und Räume können für die Gebete Einzelner offengehalten werden.
 
(2)  Die Beschränkungen nach Absatz 1 gelten nicht für den Lebensmittelhandel, Futtermittelhandel, Wochenmärkte, die Getränkemärkte, Banken und Sparkassen, Abhol- und Lieferdienste, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Poststellen, Waschsalons, die Tankstellen, Reinigungen, Frisöre, den Zeitungsverkauf, die Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel.
(3)  Eine Öffnung dieser Einrichtungen erfolgt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen.
(4)  Abweichend von § 3 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 des Hessischen Ladenöffnungsgesetzes können die in Abs. 2 genannten Bereiche auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet werden.
(5)  Alle Einrichtungen des Gesundheitswesens bleiben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet.
(6)  Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen.
 
§ 2
 
(1)  Gaststätten im Sinne des Hessischen Gaststättengesetzes vom 28. März 2012 (GVBl. S. 50), zuletzt geändert durch Gesetz vom 15. Dezember 2016 (GVBl. S. 294) sowie Mensen und Hotels, dürfen nur betrieben werden, wenn
 
1.  die Abholung von Speisen nach vorheriger telefonischer oder elektronischer Bestellung erfolgt und sichergestellt ist, dass

a)   die Warteplätze so gestaltet sind, dass ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Gästen gewährleistet ist,

b)   geeignete Hygienemaßnahmen getroffen werden und

c)   Aushänge zu den erforderlichen Hygienemaßnahmen erfolgen oder

2.  beim Aufenthalt sichergestellt ist, dass
a)   eine Beschränkung der Besucherzahl auf ein Drittel der vorhandenen Plätze, maximal aber 30 Personen erfolgt,

b)   die Sitzplätze so gestaltet sind, dass ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Gästen gewährleistet ist,

c)   geeignete Hygienemaßnahmen getroffen werden und

d)   Aushänge zu den erforderlichen Hygienemaßnahmen erfolgen.
 
(2)  Gaststätten im Sinne des Hessischen Gaststättengesetzes sind frühestens ab 6 Uhr zu öffnen und spätestens ab 18 Uhr für den Publikumsverkehr zu schließen. Eine Öffnung der Gaststätten für die Zwecke des Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ist auch nach 18 Uhr zulässig.
 
(3)  Übernachtungsangebote sind nur zu notwendigen Zwecken erlaubt. Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken sind nicht erlaubt.
 
§ 3
 
Diese Verordnung tritt am 18. März 2020 in Kraft. Sie tritt mit Ablauf des 19. April 2020 außer Kraft.
 
Wiesbaden, den 17.03.2020
 
Hessische Landesregierung
 
Der Ministerpräsident
 
gez. (Bouffier)Der Minister für Soziales und Integration
 
gez. (Klose)

Persönliche Vorsprache nur nach vorheriger Terminvereinbarung
Kreisverwaltung stellt Publikumsverkehr komplett ein (17.03.2020 15:00 Uhr)

Die Kreisverwaltung ist ab Mittwoch, 18. März, für den normalen Besuchsverkehr geschlossen. Bürgerinnen und Bürger erhalten nur noch mit vorheriger Terminabsprache einen Zugang zu den jeweiligen Fachämtern. Zudem wird darum gebeten, notwendige Angelegenheiten soweit möglich telefonisch oder per Mail zu klären. ...

Ab Mittwoch ist auch das Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen einschließlich der öffentlichen Kantine für den allgemeinen Publikumsverkehr und Gäste geschlossen. Das betrifft ebenfalls das Kommunale Center für Arbeit (KCA), die Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) sowie die Bildungspartner.
Eine Ausnahme sind die Zulassungsstellen in Hanau und Linsengericht, die täglich von 8 bis 12 Uhr geöffnet bleiben. Hier werden allerdings organisatorische Vorkehrungen getroffen, um den persönlichen Kontakt auf ein Minimum zu reduzieren. Eine Erledigung der Zulassungen und Anträge am gleichen Tag wird bis auf weiteres nicht mehr möglich sein, da auch der Wartebereich geschlossen ist. Die Zulassungsstelle in Schlüchtern bleibt ebenfalls geschlossen.
Die Zentrale im Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz ist zunächst noch montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Vorsprachen (außer die Abgabe von Trichinenproben) sind nur nach telefonischer Voranmeldung möglich, Trichinenproben werden ausschließlich im Rahmen der verkürzten Öffnungszeiten angenommen.
„Wir versuchen unter den schwierigen Bedingungen einen gewissen Bürgerservice zu leisten und unsere Beschäftigten zu schützen. Alle Maßnahmen, die derzeit getroffen werden, dienen auch dem Ziel, die Staats- und Verwaltungsfunktionen auf allen Ebenen in den nächsten Monaten aufrechtzuhalten“, bitten Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann für diese erforderlichen Maßnahmen um Verständnis.
Die einzelnen Ämter und Fachbereiche haben in diesen Tagen ihr jeweiliges Fachpublikum über verschiedene Wege auf diese Entwicklung vorbereitet. Für bestimmte Gruppen, Hilfsbedürftige oder andere unverzichtbare Angelegenheiten wurden passende Lösungen geschaffen und ebenfalls kommuniziert.
 
Beim Bürgertelefon meldeten sich gestern erneut viele Unternehmerinnen und Unternehmer. Unter den neuen Erlassbedingungen des Landes fürchten insbesondere kleine und mittelständische Betriebe um ihre Existenz. Für sie hat die Wirtschaftsförderung eine Liste mit Schnell-Informationen und Ansprechpartnern zusammengestellt, die auf der Kreis-Seite www.mkk.de zu finden ist. Die Standesvertretungen stehen den Unternehmen ebenfalls zur Seite, so beispielsweise die Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern mit einem Infobereich für die heimische Wirtschaft auf www.hanau.ihk.de. Der Main-Kinzig-Kreis wird sein digitales Informationsangebot rund um den Coronavirus und alle Auswirkungen und Regelungen in kürze erheblich ausweiten.
Die Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises verzeichnet in den vergangenen Tagen einen erheblichen Mehraufwand durch Corona, wobei auch Rückfragen und verhältnismäßig kleine Anliegen gemeldet werden. Der Kreis weist ausdrücklich darauf hin, dass die Notrufnummer 112 nur für akut lebensbedrohliche Fälle genutzt werden darf. Landrat Thorsten Stolz appelliert ausdrücklich an die Bürgerschaft: „Halten Sie die Notrufnummer 112 für Notfälle frei und nutzen Sie sie nicht, um allgemeine oder medizinische Fragen rund um das Coronavirus zu stellen.“
Fünf neue bestätigte Fälle im Main-Kinzig-Kreis: Am Dienstag meldete der Main-Kinzig-Kreis fünf neue Infektionsfälle, jeweils einen in Biebergemünd, Großkrotzenburg, Hanau, Schöneck und Schlüchtern. Für die Betroffenen ordnete das Gesundheitsamt häusliche Isolation an. Stationär wird derzeit kein Fall behandelt, alle 33 Erkrankten seit Donnerstag sind zu Hause räumlich abgesondert. Das gilt für eine entsprechende Zahl von ermittelten Kontaktpersonen sowie Rückkehrern aus Risikogebieten.

Landesregierung fasst zusätzliche Beschlüsse (16.03.2020 20:00 Uhr)

Die Bundesregierung und die Regierungschefs der Bundesländer haben sich heute auf gemeinsame Leitlinien zur Bekämpfung des Corona-Virus vereinbart. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, hat sich Hessen dieser Vereinbarung angeschlossen und weitere Maßnahmen beschlossen. ...

„Die Verbreitung des Corona-Virus werden wir nur stoppen können, wenn wir uns selbst disziplinieren und soziale Kontakte stark reduzieren. Sicherlich fällt das dieser Tage, während der ersten Sonnenstrahlen des Jahres, sehr schwer. Wir müssen uns aber fortwährend ins Gedächtnis rufen, dass wir Menschen gefährden, wenn wir fahrlässig handeln“, sagten der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose im Anschluss an die Kabinettssitzung.

Die gemeinsamen Leitlinien von Bund und Ländern sehen u.a. folgende Maßnahmen vor:
Um die Versorgung der Bevölkerung trotz Ausbreitung des Corona-Virus und notwendiger weitreichender Maßnahmen sicherzustellen, bleiben insbesondere Lebensmittel- und Getränkemärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen und Banken geöffnet. Vielmehr werden für diese Bereiche die Sonntagsverkaufsverbote bis auf Weiteres grundsätzlich ausgesetzt. Auch der Großhandel bleibt weiterhin geöffnet. Die Auslieferung von Waren und Essen wird weiterhin ermöglicht. Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen.

Für den Publikumsverkehr geschlossen werden unterschiedliche Bereiche, in denen üblicherweise viele Menschen auf teils engem Raum zusammentreffen, wie bspw. Kneipen, Museen und Schwimmbäder. Auch Gottesdienste werden nicht mehr stattfinden. In Restaurants müssen die Abstände zwischen den Tischen ausreichend groß sein. Die Öffnungszeiten werden auf 6 Uhr bis 18 Uhr begrenzt. Übernachtungen in Hotels aus touristischen Gründen werden untersagt.

Die vollständigen Leitlinien sind auf den Seiten der Bundesregierung  abrufbar. Die Regelungen treten in Hessen mit Wirkung ab Mittwoch in Kraft.

Verbot medizinisch nicht dringlicher Operationen
Bei einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus ist mit erheblichen Belastungen des Gesundheitssystems zu rechnen. Besonders kritisch ist derzeit die Versorgungssituation mit persönlicher Schutzausrüstung wie beispielsweise Atemschutzmasken und medizinischen Verbrauchsgütern. In dieser Situation ist es nicht länger vertretbar, diese Materialien für Eingriffe zu verwenden, für die derzeit keine medizinische Dringlichkeit besteht. Daher werden diese elektiven Eingriffe ab Mittwoch untersagt. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass medizinisch dringliche Eingriffe nicht durchgeführt werden können, weil das notwendige Material fehlt. Der Bundesgesundheitsminister hat angekündigt, dass die entstehenden wirtschaftlichen Folgen für die Krankenhäuser ausgeglichen werden.

Nachtragshaushalt zur Finanzierung der Krisen-Folgen
Um auch die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus abfedern zu können, wird die Landesregierung vor allem kleinen und mittleren Unternehmen unter die Arme greifen. Dazu wird dem Landtag ein Nachtragshaushalt zugeleitet, mit dem Ziel einer raschen Finanzhilfe für die hessische Wirtschaft. Ob die Ausnahmeregelung der Schuldenbremse genutzt wird, wird nun geprüft.  

Kabinettausschuss zur Corona-Krise eingerichtet
Zur politischen Koordinierung der Corona-Krise wird ein Kabinettausschuss unter Leitung des Ministerpräsidenten eingerichtet. Der Krisenstab der Landesregierung arbeitet dem Kabinettausschuss zu. Die politischen Entscheidungsstränge werden damit verschlankt und verzahnt, um der Lage angemessen reagieren zu können.

Zentrale E-Mail-Adresse für Bürgerfragen
Bürgerinnen und Bürger können sich an die Hessische Landesregierung mit ihrem Anliegen per Mail unter buergertelefon@stk.hessen.de  wenden. Ministerpräsident Bouffier und Gesundheitsminister Klose: „Die Maßnahmen, die wir heute auf den Weg gebracht haben, werden unmittelbar wirken. Aber sie werden sich bei den nachgewiesenen Infektionen aufgrund der Inkubationszeit statistisch frühestens in einer Woche niederschlagen. Die Aussagen des Robert-Koch-Instituts, wonach die Chancen gutstehen, dass sich die Verbreitung des Virus in nächster Zeit verlangsamen dürfte, stimmen uns aber optimistisch, dass wir die richtigen Antworten gefunden haben“, erklärte der Hessische Ministerpräsident.

Kreisverwaltung bereitet Notbetrieb in allen Bereichen vor
(16.03.2020 17:40 Uhr - Pressemitteilung des Main-Kinzig-Kreis)

Coronavirus: Einschränkungen in nahezu allen Bereichen, dafür zusätzliche Verstärkung für Gesundheitsamt und Bürgertelefon – Appell an Bürgerinnen und Bürger
Main-Kinzig-Kreis. – Die Verwaltung des Main-Kinzig-Kreises wird ihre Dienstzeiten an die aktuelle Situation anpassen und Maßnahmen zur Reduzierung der Kundenkontakte auf den Weg bringen. „Wir müssen vermeiden, dass wir am Ende eine große Zahl von infizierten Kolleginnen und Kollegen nach Hause schicken und dadurch nicht mehr arbeitsfähig sind. ...

Oberstes Ziel ist es, neben der Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung die Sicherstellung der staatlichen Infrastruktur auf allen Ebenen für einen langen Zeitraum zu sichern“, erläutert Landrat Thorsten Stolz die Entscheidung mit Blick auf die aktuelle Situation. Auch zahlreiche Rathäuser im Main-Kinzig-Kreis haben zum Schutz vor dem Coronavirus ihre Öffnungszeiten deutlich reduziert. Die Details zu den Einschränkungen sowie alternativen Serviceangeboten in der Kreisverwaltung werden im Laufe des Dienstag veröffentlicht.
Am Montag und Dienstag wird die Verwaltung zunächst noch die Folgen der Schließung der 100 Schulen sowie der Kinderbetreuungseinrichtungen schwerpunktmäßig abwickeln und organisieren. Hier war unter anderem das Jugendamt in hohem Maße gefordert.
In der Kreisverwaltung sind nahezu alle Bereiche von den notwendigen Einschränkungen betroffen. So wird die Zulassungsstelle ihre Dienste weitgehend reduzieren und die Antragswege verändern. Die Zulassungsstelle in Schlüchtern ist bereits geschlossen, in anderen Bereichen wird nur noch mit telefonischer Terminvergabe oder ganz ohne Kundenkontakt gearbeitet. Vor diesem Hintergrund gilt der Hinweis an die Bürgerinnen und Bürger, dass nur noch dringende Anliegen angenommen werden. Es wird auf den elektronischen Weg beziehungsweise die telefonische Kontaktaufnahme verwiesen.
„Wir folgen damit dem allgemeinen Vorgehen, die direkten Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen“, erklären Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann. Frei werdendes Personal wird in die jetzt besonders belasteten Bereiche wie das Gesundheitsamt oder das Bürgertelefon umgesetzt.
Der Main-Kinzig-Kreis hatte bereits in den vergangenen Tagen Allgemeinverfügungen herausgegeben, wonach öffentliche und private Veranstaltungen weitgehend untersagt sind. Darüber hinaus empfahl der Kreis für alle weiteren Feste und Versammlungen, kritisch zu prüfen, ob sie nicht abgesagt oder verschoben werden können. Der Main-Kinzig-Kreis selbst hatte vergangene Woche für seine Veranstaltungen verfügt, sie bis auf weiteres abzusagen beziehungsweise zu verschieben. Das umfasste für diese Woche beispielsweise die Kreissportlerehrung sowie die Begleitveranstaltung zur laufenden Ausstellung „Was heißt schon alt?“
Die meisten politischen Gremien auf Kreisebene haben ohnehin Sitzungspause bis Anfang Mai. Die nächste Kreistagsitzung ist für 15. Mai vorgesehen. Nur eine für den 26. März angesetzte Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Umwelt und Landwirtschaft ist abgesagt worden. Über die kommenden Termine wird dann voraussichtlich im April entschieden.
„Wir befinden uns in der dynamischen Situation, jetzt neben der Testung von Verdachtsfällen, der Rückverfolgung der Fälle und der Anordnung häuslicher Isolierung an die Bürgerinnen und Bürger zu appellieren, verantwortlich zu handeln. Jeder muss mit dazu beitragen für das gemeinsame Ziel, diejenigen zu schützen, für die Covid-19 lebensbedrohlich wird. Am Ende geht es darum, soziale Kontakte drastisch zu reduzieren“, teilt der Kreisausschuss mit.
Der Main-Kinzig-Kreis bedankt sich bei allen Kliniken im Kreisgebiet, in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern, sich ebenfalls auf die ständig verändernde Lage einzustellen. Die Krankenhäuser seien gut aufgestellt und passten ihre Kapazitäten in Absprache mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst weiter an.
Derweil steigt die Zahl der betroffenen Personen im Main-Kinzig-Kreis weiter an. Am Montag sind dem Gesundheitsamt 3 neue Fälle von Coronavirus-Infektion gemeldet worden. Darunter fallen ein Mann aus Bruchköbel (Jahrgang 1973), ein Mann aus Ronneburg (Jahrgang 1980) sowie ein Mann aus Bad Soden-Salmünster (Jahrgang 1981), für die nun häusliche Isolierung angeordnet wurde. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle seit dem vergangenen Donnerstag ist damit auf 28 gestiegen.
Die Frau eines am Wochenende positiv auf den Virus Getesteten ist als Lehrerin an der Heinrich-Heine-Schule in Hanau tätig. Vorsichtshalber wurden auch sie und das gesamte Kollegium der Schule häuslich isoliert. Für die Schülerinnen und Schüler hatte das am Montagvormittag keine gravierenden Auswirkungen. Das Arbeitsmaterial sei ihnen bereits am Freitag ausgehändigt worden, die Schule selbst informiere die Schulgemeinde über ein vollständiges Betretungsverbot über die eigenen Kanäle, wie das Staatliche Schulamt erklärt hat.

Corona: Schutz von Risikogruppen im Vordergrund
(15.03.2020 15:15 Uhr - Pressemitteilung des Main-Kinzig-Kreis)

Main-Kinzig-Kreis verschärft Verfügung: Besuchsverbot von Krankenhäusern, Alten und Pflegeheimen sowie Reha- und Kurkliniken – Insgesamt 25 bestätigte Fälle seit Donnerstag – Schulen und Betreuungseinrichtungen ab Montag geschlossen Main-Kinzig-Kreis. – Vor dem Hintergrund weiter steigender Zahlen an Coronavirus-Erkrankten stellt der Main-Kinzig-Kreis den Schutz von Menschen aus Risikogruppen in den Vordergrund. Ab Montag gilt ein umfassendes Besuchsverbot in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Reha- und Kurkliniken. Ausnahmen sind nur im Fall von Sterbebegleitung und der Begleitung von Minderjährigen möglich. ...

Die Erkranktenzahl ist im Bereich des Main-Kinzig-Kreises am Samstag und Sonntag noch einmal um insgesamt 12 neue Meldungen angestiegen, so dass die Gesamtzahl der derzeit bestätigten Fälle bei 25 liegt. Der Main-Kinzig-Kreis hat am Wochenende im Zusammenhang mit der Ausbreitung der neuen Viruserkrankung weitere Maßnahmen angeordnet. Zugleich richtet der Kreis einen eindringlichen Appell an die Bürgerinnen und Bürger, die Verbote und Gebote zum Schutz besonders anfälliger Bevölkerungsgruppen ernst zu nehmen. Der Kreis hat mit Wirkung zum Montag öffentliche und auch private Veranstaltungen im Gebiet des Kreises untersagt, für die mehr als 100 teilnehmende Personen zu erwarten sind, analog zur Vorgabe des Landes Hessen. Für alle anderen Veranstaltungen empfiehlt der Kreis darüber hinaus die kritische Prüfung, ob sie zwingend notwendig stattfinden müssen oder nicht verschoben werden können. Mit der Verfügung von Sonntag tritt auch ein erweitertes, umfassendes Besuchsverbot für Besucher von Einrichtungen in Kraft, in denen sich in überwiegender Zahl Menschen aus Risikogruppen untergebracht sind, insbesondere Alten- und Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser sowie Reha- und Kurkliniken. Diese Regelung gilt zunächst bis 19. April.
Unbenommen dieser Kreis-Entscheidung haben viele Vereine und Institutionen bereits selbst reagiert und in den vergangenen Tagen ihre anberaumten Treffen und Veranstaltungen abgesagt. Der Main-Kinzig-Kreis begrüßt diese selbstständigen und verantwortungsbewussten Maßnahmen ausdrücklich.
Ab diesem Montag bleibt im gesamten Kreisgebiet der Regelbetrieb in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen bis Ende der Osterferien ausgesetzt. Das hatte die Landesregierung bereits am Freitag für ganz Hessen entschieden, der Erlass betrifft auch die Kindergärten und Kindertagespflegeangebote. Das Kultusministerium hat die Schulen entsprechend informiert und vorbereitet, die Kommunen ihrerseits die Krippen, Kitas und Horte, das Jugendamt des Main-Kinzig-Kreises die Kindertagespflegepersonen; auch die freien Träger verfügen über die nötigen Informationen. Der Erlass der Landesregierung lässt eine Notbetreuung nur in stark eingegrenztem Umfang zu. Zu dieser neuen Erlasslage hat es schon am Wochenende einige Rückfragen am Bürgertelefon des Main-Kinzig-Kreises gegeben. Es ist damit zu rechnen, dass der Informationsbedarf in der neuen Woche noch einmal größer sein wird. Daher werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Staatlichen Schulamt das Bürgertelefon-Team ab Montagmorgen verstärken. Sie sind ebenfalls über die zentrale Nummer 06051-8510000 erreichbar. Das Bürgertelefon ist von 9 bis 18 Uhr geschaltet.
Allgemein registriert der Main-Kinzig-Kreis eine ungebrochen hohe Zahl an Anrufern an der Service-Rufnummer, auch am Samstag und Sonntag summierte sie sich auf mehrere hundert. Es wird darum gebeten, dieses Angebot ausdrücklich nur für medizinische Fragen, etwa zur Abklärung eigener Krankheitserscheinungen, zum individuellen Schutz und zu möglichen Ansteckungswegen, oder zur aktuellen Erlasslage zu nutzen. Fragen zu Arbeitsrecht oder wirtschaftspolitischen Themen sind bitte an die Standesvertreter zu richten. Unter anderem hat die Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern einen Infobereich für die heimische Wirtschaft auf ihrer Internetseite eingerichtet www.hanau.ihk.de.
Aufgrund der vielen Entwicklungen und Entscheidungen am Wochenende, die über die verfügbaren Kanäle möglicherweise nicht alle Bürgerinnen und Bürger erreicht haben könnten, hat der Kreisausschuss entschieden, die Öffnungszeiten seiner Verwaltung und Servicestellen, und damit auch des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA), zunächst an diesem Montag unverändert zu lassen. Für diese Woche bereitet der Main-Kinzig-Kreis aber organisatorische und zeitliche Änderungen rund um seine Dienstleistungen in der Verwaltung vor, über die zielgerichtet informiert wird.
Änderungen betreffen hingegen kreiseigene Betriebe und Gesellschaften. So werden mit sofortiger Wirkung sämtliche Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen der AQA ausgesetzt. Die Bildungspartner Main-Kinzig werden ihrerseits ebenfalls sämtliche Kurse, auch jene im Auftrag des Bundeamts für Migration und Flüchtlinge, aussetzen.
Seit Donnerstag 25 neue Fälle
Die Verbreitung des Coronavirus hat im Main-Kinzig-Kreis seit dem vergangenen Donnerstag sprunghaft an Dynamik gewonnen. Bis zum Sonntag belief sich die Gesamtzahl der laborbestätigten neuen Fälle auf 25. Am Samstag (8) und am Sonntag (4) kamen noch Meldungen hinzu, womit sich nach derzeitigem Stand in zwölf Städten und Gemeinden Erkrankte in häuslicher Isolierung befinden, einer der Erkrankten muss stationär behandelt werden. Rodenbach bildet mit derzeit neun Meldungen
einen Schwerpunkt, außerdem betroffen sind Bad Soden-Salmünster, Biebergemünd, Birstein, Freigericht, Gründau (je zwei), Großkrotzenburg, Linsengericht, Hanau, Maintal, Nidderau und Wächtersbach (je ein Fall). Weitere Fälle befinden sich in der Abklärung, weshalb mit einem unverminderten Anstieg der Gesamtzahl in den nächsten Tagen gerechnet werden muss.
Der Main-Kinzig-Kreis fordert seine Bürgerinnen und Bürgern eindringlich auf, die Verbote und Warnhinweise zu Versammlungen und Sozialkontakten zu beachten. Sie haben zum Ziel, die Verbreitung der Krankheit Covid-19 zu verlangsamen, zu der es nach derzeitigem Stand noch kein wirksames Gegenmittel und keine Impfung gibt. Insbesondere bei älteren Menschen und bei Menschen mit Vorerkrankungen kann diese Coronavirus-Erkrankung schwer verlaufen und sogar tödlich sein. Auch im häuslichen Bereich gelten nach wie vor die Empfehlungen zu einem besonderen Maß an Hygiene, etwa beim Händewaschen, durch Niesen in die Armbeuge oder ausreichend Abstand zu Menschen mit Krankheitssymptomen.

Stadt Hanau und Main-Kinzig-Kreis lassen ab Montag alle Schulen zu (13.03.2020 15:30 Uhr)

Die beiden Schulträger Main-Kinzig-Kreis und Stadt Hanau haben am Freitag bekanntgegeben, ab Montag die Schulen im gesamten Kreisgebiet geschlossen zu lassen. Sie appellierten zugleich an das Staatliche Schulamt, eine Notbetreuung zu organisieren, um Härtefälle abzufedern. Grund ist die Ausbreitung der Coronavirus-Erkrankung. Binnen zweier Tage hatte der Main-Kinzig-Kreis 13 neue bestätigte Fälle gemeldet, neun am Donnerstag, vier weitere aus Linsengericht, Birstein, Großkrotzenburg und Hanau am Freitag. Damit ist das neuartige Virus in bereits neun Kommunen des Main-Kinzig-Kreises angekommen. ...

Am Freitag hatte der Main-Kinzig-Kreis bereits die Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach vorsorglich schließen lassen, weil ein Mitglied der Schulgemeinde engen Kontakt zu einer erkrankten Person hatte. Um eine Weiterverbreitung möglichst zu verhindern, hatte der Kreis als Schulträger und mit seinem Gesundheitsamt – in Abstimmung mit der Schule und dem Staatlichen Schulamt – die Einrichtung geschlossen.
„Unser Ziel neben dem Erkennen und Absondern sind das Verlangsamen der Ausbreitung und der Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger. Wir tun alles dafür, indem wir ab einem angemessenen Punkt und für einen vertretbaren Zeitraum eine erhebliche Zahl an Kontaktketten drastisch reduzieren“, erklärten Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und der Kreisbeigeordnete Winfried Ottmann seitens des Kreises wie auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Bürgermeister Axel Weiss-Thiel und Stadtrat Thomas Morlock seitens der Stadt Hanau.
Stadt und Kreis folgen damit den Beispielen anderer Bundesländer sowie den Empfehlungen der Bundeskanzlerin, sämtliche Sozialkontakte auf ein Mindestmaß zurückzuführen. Auch wenn für den Schulbetrieb das Land Hessen zuständig ist, haben sich der Main-Kinzig-Kreis sowie die Stadt Hanau für diesen sofortigen Schritt auf kommunaler Ebene entschieden, der vorerst seitens des Kreises auf einschließlich 3. April sowie seitens der Stadt Hanau auf den 10. April befristet ist und in Hanau weitere Einrichtungen ebenfalls umschließt.
„Seit zwei Wochen sehen wir auf Landesbene, dass nichts entschieden wird. Da gibt es keine Führungsstärke, es fehlt die Unterstützung an der Basis“, monierte Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Landrat Thorsten Stolz ergänzte: „Wir reden über rund 100 Schulen im Bereich des Main-Kinzig-Kreises, mit all den Fragen der Lehrer und der Eltern, die nun aus unterschiedlichen Kommunen kommen. Entscheidungen wie an der FAG-Schule in Wächtersbach sind fachlich notwendig. Aber Insellösungen, das zeigt sich heute deutlich, sind nicht das Gebot der Stunde.“ Vor allem biete sich mit den zwei Wochenendtagen nun eine sinnvolle Zeitspanne, die sowohl die Eltern für ihre Wochenplanung als auch die Schulen für die weitere Vorbereitung nutzen könnten, so Stolz.
Oberbürgermeister Claus Kaminsky schloss daran an. „Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, sollen und müssen wir bis auf Weiteres auf alle vermeidbaren Sozialkontakte verzichten“, beschreibt OB Kaminsky die Maßgabe, an der sich die Frage, ob eine Einrichtung geöffnet bleiben könne, zu orientieren hat. „Jede unserer direkten Entscheidungen, die wir hier und jetzt treffen, hat erhebliche Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen, das ist uns bewusst. Aber wenn wir uns selbst aufgeben, alles zu tun, um eine Verbreitung der Erkrankung zu verlangsamen, mit der Betonung auf langsam, dann gibt es keine Alternative zu diesen Entscheidungen. Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse und auf die wachsende Dynamik haben wir aus Verantwortungsbewusstsein für unsere Bürgerinnen und Bürger am Freitag offiziell den Krisenstab einberufen, wo festgelegt wurde, dass wir überall dort, wo wir es selbst in der Hand haben, öffentliche Räume schließen“, erklärt Hanaus OB die weitreichende Entscheidung der Stadt, die auch zu einer Schließung aller städtischen Kindertagesstätten von Montag an bis vorerst 10. April führt.
Der Kreisausschuss wie auch der Magistrat der Stadt Hanau bitten die Elternschaft um Verständnis für diesen Schritt. Es werde sich zeigen, ob dieser Schritt ausreichend und angemessen gewesen ist. Aber „wir übernehmen damit im Hier und Heute Verantwortung“, man wolle verlangsamen und die Bevölkerung schützen, „wir sind dabei aber auch auf die Eigenverantwortung und die Mithilfe jeder Bürgerin und jedes Bürgers angewiesen“, so Kaminsky und Stolz gemeinsam.
„Der Zeitpunkt ist so früh gewählt, damit in den nächsten Tagen Kapazitäten zur Betreuung daheim geschaffen werden können. Das wird nicht einfach sein, das kann sich jeder denken, der Kinder hat. Aber es ist der aktuellen Epidemie-Situation angemessen“, appellierte Landrat Stolz an die Bürgerinnen und Bürger. Kreis-Schuldezernent Winfried Ottmann erinnerte an die besondere Situation unter Schulen: „Dieser Schritt kam für die Einrichtungen sicher nicht völlig überraschend angesichts der jüngsten bundesweiten Entwicklungen. Dennoch heißt das für alle Schulleitungen und Sekretariate jetzt natürlich einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Wir werden als Kreis dabei alle Beteiligten permanent auf dem allerneuesten Stand halten und natürlich auch aufmerksam beobachten, was die Landesregierung entscheidet.“
Die Kreis- und Stadtspitzen wissen, dass die Entscheidung für Eltern eine Herausforderung bedeutet. Daher fordern sie das Staatliche Schulamt auf, genauso wie die Städte und Gemeinden nun Verantwortung zu übernehmen. An den Schulen des Main-Kinzig-Kreises wie auch der Stadt Hanau muss deshalb vor Ort ab der kommenden Woche eine Notbetreuung gewährleistet sein. „Das muss das Staatliche Schulamt organisieren und die Information zügig und zielgerichtet an die Schulgemeinden und Eltern weiterleiten“, fordern Landrat Stolz und OB Kaminsky. Es geht vor allem darum, für die Menschen Planbarkeit zu schaffen.

Aktuelle Situation im Main-Kinzig-Kreis
Im Main-Kinzig-Kreis sind am Freitag vier weitere Fälle von Coronavirus-Erkrankten aufgetreten. Zwei Frauen aus Linsengericht und Birstein, jeweils Jahrgang 1971, stehen im Zusammenhang mit dem Fall einer Frau aus Wächtersbach, die kürzlich aus dem Skiurlaub zurückgekommen ist. Außerdem wurden ein Mann, Jahrgang 1957, aus Großkrotzenburg und ein Mann aus Hanau, Jahrgang 1958, positiv getestet. Diese beiden letzten Meldungen erreichten den Kreis am frühen Nachmittag. Das Gesundheitsamt hat auch diese vier Fälle umgehend häuslich isoliert; auch die Kontaktpersonen werden häuslich abgesondert.
Die neuen Coronavirus-Meldungen und häusliche Isolierung der Kontaktpersonen aus dem Kreisgebiet betrafen auch die Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach sowie Bereiche der Main-Kinzig-Kliniken. Während der Kreis die FAG-Schule schließen ließ, stellten sich auch die Main-Kinzig-Kliniken auf die Situation unverzüglich ein. Unter den in dieser Woche neu gemeldeten Erkrankten befinden sich drei Mitarbeiter der Kliniken in Gelnhausen. Auch sie sowie alle identifizierbaren Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Isolierung. Gemeinsam mit den Kliniken steht das Gesundheitsamt mit ihnen in Kontakt. Parallel dazu werden schon ab heute gemäß eines aktuellen Beschlusses der Bundeskanzlerin und der Regierungschefs der Länder Maßnahmen umgesetzt, ursprünglich war dafür der kommende Montag geplant. Alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe werden, soweit medizinisch vertretbar, auf unbestimmte Zeit verschoben und ausgesetzt. Die Patienten werden über die Absage ihrer Operationen und Behandlungen informiert. Patienten, die hierzu Fragen haben, können sich an ihre bisherigen Ansprechpartner in den Kliniken wenden. Die Akut- und Notfallversorgung ist weiterhin gesichert.
Aufgrund der stark gestiegenen und erwartbar weiter steigenden Fallzahlen hatte der Main-Kinzig-Kreis bereits am Donnerstag eine Allgemeinverfügung angekündigt und am Freitag erlassen, die bereits seit Freitagmorgen, 8 Uhr, gilt. Demnach untersagt der Main-Kinzig-Kreis öffentliche und private Veranstaltungen im Gebiet des Kreises, bei denen mehr als 1.000 Personen unter freiem Himmel zu erwarteten sind und bei denen mehr als 300 Personen in geschlossenen Räumen zu erwarten sind. Darüber hinaus empfiehlt der Main-Kinzig-Kreis, auch auf die Durchführung von privaten und öffentlichen Veranstaltungen zu verzichten, bei denen weniger als 300 Personen erwartet werden und an denen erwartungsgemäß Personen teilnehmen, die laut Robert-Koch-Institut einer Risikogruppe angehören. Veranstalter werden insoweit aufgerufen, im Einzelfall ihre Planungen zu überdenken und ihre Veranstaltungen abzusagen oder zu verschieben. Einzelheiten zu den vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogruppen finden sich auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de .